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Erfahrungen

gemeinsam nach Lappland…

…in die mir 1991 zugefallene „HĂŒtte“ im Inseldorf am Polarkreis in Nord-Schweden

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Nach einer guten Nacht, ausgiebigem GsĂ€lz(Marmelade)brot-FrĂŒhstĂŒck und sehr herzlicher Verabschiedung, holt uns frĂŒh morgens unser Freund Dieter mit frischen Butterbrezeln zum Flughafentransfer ab – was er sich auf keinen Fall nehmen lassen wollte.
Am Stuttgarter Flughafen angekommen geht`s mit (Gitarren)Sack und nun Umzugs- statt Fahrradkarton zum Einchecken fĂŒr den Charterflug meines Freundes Rainer (der alle Hebel in Bewegung setzen wollte, um mich aus dem Abschiebelager frei zu bekommen) nach Arvidsjaur.

Im Shuttlebus ĂŒbers Rollfeld und die Rolltreppe hinauf – dann ist es so weit…
Es wird endlich wirklich und wahr – nach einem nicht enden wollenden Albtraum sind wir gemeinsam unterwegs in meine langjĂ€hrige Wahlheimat Schwedisch-Lappland.
Xiao ist verstĂ€ndlicherweise total mĂŒde und so wecke ich sie erst kurz vor der Landung.
Nach 4 Stunden Flug (mit kurzer Zwischenlandung in Frankfurt-Hahn) landen wir in Arvidsjaur ĂŒber den Testbahnen der Automobilindustrie auf dem Eis.
FrĂ€ulein Xiao`s (erstes) GespĂŒr fĂŒr (Lappland-)Schnee.

Mein Freund Thomas aus Arvidsjaur holt uns vom Flughafen ab und bringt uns zum Essen mit seiner Frau in deren Haus.
Der Kreis schließt sich – bei ihnen habe ich nach Tourstart und den ersten 90 km am 8. Mai letztes Jahr mein erstes Abendessen erlebt und danach bei ihnen meine erste Tour-Nacht verbracht – damals war die Mongolei noch ein Scherz und China nicht mal im Kopf, weil undenkbar!
Leben Du bist der Mega-Hammer – Dankeschön â€
Im Inseldorf angekommen mĂŒssen wir noch auf meinen „Reservebruder“ Terje wegen des HausschlĂŒssels warten – er hatte mir bei der Verabschiedung von ihm und meinen „Reserveeltern“ noch ein paar Energieriegel mitgegeben die ich manchmal so nötig brauchte.
Dann sind wir endlich DAHEIM

Nachdem Xiao am nĂ€chsten Tag auf dem Eis mit Schnee unsere Liebe sichtbar macht, kommen einen Tag spĂ€ter die TolleTrolle Monia und Björne aus Deutschland fĂŒr 8 Tage auf Besuch – auch zwischen Xiao und ihnen herrscht sofort Herz-Verbindung đŸ™‚


Wie unglaublich der nicht enden wollende, vermeintliche Albtraum noch die nĂ€chsten Jahre weitergeht (durch die rĂŒckgratslose schwedische MentalitĂ€t) kann man in diesem PDF ab Seite 16 nachlesen

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Xiaos Weg zu mir…

…und „unseren“ Eltern

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Anfang Februar beantragt Xiao in Peking das 3-Monats-Visum fĂŒr Schweden.

Danach zieht sie, da Xins Freund zurĂŒckkommt, von deren Appartement in ein Hostel in Peking, um dort auf den (hoffentlich positiven) Visumbescheid zu warten.
Nach einem telefonischen Interview wird das Visum am 11. Februar genehmigt.
Als der Pass mit Visum via Post und ein paar Tage spĂ€ter zum Hostel kommt buche ich ihr den Flug fĂŒr den 21. Februar um 02.15 Uhr ab China ĂŒber Moskau nach Stuttgart.

Am 15. Februar macht Xiao mit ihrer ehemaligen Highschool-Freundin Dan (die sie im Hostel besucht und eine Nacht bei ihr ĂŒbernachtet hat) einen Ausflug zur Verbotenen Stadt.

Am Abend des 20. verlÀsst Xiao das Hostel und fÀhrt mit der Metro zum Pekinger Flughafen wo sie noch vor Mitternacht ankommt.
Doch dann im letzten Moment noch eine HĂŒrde beim Einchecken!
Ohne einen RĂŒckflug lassen sie Xiao nicht fliegen – also buche ich in allerletzter Minute noch einen RĂŒckflug.
PlanmĂ€ĂŸiger Start um 02.15 Uhr bei Schneeregen.

Nach 8,5 Std. landet Xiao (mit 5 Std. Zeitverschiebung) um 05.40 Uhr in Moskau und um 09.30 Uhr geht es weiter nach Stuttgart wo sie nach 3,5 Std. (mit weiteren 2 Std. Zeitverschiebung)um 10.55 Uhr landet.
Nach einer letzten Befragung am Zoll in Stuttgart liegt Xiao schĂŒchtern und mĂŒde aber glĂŒcklich in meinen Armen.
In der „Knutschkugel“ (Smart) meiner Eltern fahren wir die 30 km nach Aidlingen, wo sie von „unseren“ glĂŒcklichen Eltern ganz liebevoll empfangen wird.
Sie schließen ihre neue Tochter sofort ins Herz.

Sauerbraten und SpĂ€tzle mit und von unseren glĂŒcklichen Eltern – mein gewĂŒnschtes Mittagessen fĂŒr diesen Festtag.

Nach Mittagsschlaf in meiner Wohnung unterm Dach, geht`s zu den Freunden vom Lindenhof und im Nachbarort DeufrĂ­ngen.

gemeinsam nach Lappland


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heimwĂ€rts zu meinen Eltern…

…die unglaublich froh und dankbar sind nicht auch noch einen zweiten Sohn verloren zu haben

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Irgendwie gelingt es mir beim Flug ein wenig zu schlafen und als ich erwache wirde es gerade hell und die Karpaten sind zu sehen – Erinnerung an die ebenfalls ungeplante, WUNDERnvolle Tramptour 20 Monate zuvor.
Nach 11 Stunden landet der KLM-flieger planmĂ€ĂŸig in Amsterdam – durch die Zeitverschiebung ist es hier natĂŒrlich erst kurz nach halb Neun Morgens.
So bin ich nach knapp 9 Monaten wieder in der MitteleuropÀischen Zeit.
In Amsterdam habe ich 8 Stunden Aufenthalt und dann geht es bei Sonnenuntergang in einer knappen Flugstunde wieder ein klein wenig ostwÀrts bis Stuttgart.
Mein Papa holt mich am Flughafen ab und damit er keinen Parkplatz nehmen muss warte ich vor dem FlughafengebĂ€ude – leider herrscht Stau auf der Autobahn, so dass ich in der Winternacht mit meinen dĂŒnnen, kurzen Sri Lanka Klamotten fast erfriere bis er endlich kommt.
Nach knapp 30 km Autofahrt sind wir dann zuhause bei meinen Eltern in Aidlingen – mit insgesamt gut 9000 km und 22 Stunden habe ich genĂŒgend Abstand hinter Sri Lanka und mir gelassen.
Mama und Papa weinen beide vor Freude. Sie waren die ganzen Monate ĂŒber sehr sehr tapfer!
„Wir wissen ja, dass das Leben auf dich aufpasst weil du so denken kannst“ – war 9 Monate zuvor ihr Antwort zu meiner Frage was sie zu m/einer unbestimmten Radtour denken – aber – nur ein paar Wochen bevor ich in diesem, fĂŒr sie so fernen, unbekannten Land in Gefangenschaft kam, starb mein jĂŒngerer Bruder Uli an Krebs – es war einfach auch viel fĂŒr sie, unsere wunderbar aufopferungsvollen Eltern.
GestÀrkt durch ein komfortables Bett (ohne Nachtruhestörung durch laut diskutierende Afrikaner und 35 Grad tropische
SchwĂŒle) sowie reichhaltiger und liebevoll zubereiteter Mama-Hausmannskost heißt es jetzt, schnellstmöglich, mit Xiao via
Chat- und Email-Kontakt all die vielen, benötigten Dokumente fĂŒr ihre Ausreise aus China zu mir nach Schweden zu
organisieren.
Schon wĂ€hrend meiner letzten Abschiebelager-Tage hatten wir uns um die Beantragung einer „Aufenthaltsgenehmigung fĂŒr einen
(zukĂŒnftigen) Ehepartner oder Zusammenlebenden in Schweden“ gekĂŒmmert aber mussten geschockt feststellen, dass
diese mit 14 bis 18 Monaten Wartezeit verbunden ist – und das ist in Xiaos schrecklicher Situation natĂŒrlich undenkbar!!!
Schließlich versteckt sie sich seit ihrer Abschiebung nach China, am 29. November, mittlerweile bei 6 verschiedenen Freundinnen in 4 verschiedenen StĂ€dten!

Inzwischen sind Xiao und Xin alleine im kleinen Appartement da ihr Freund seine Eltern besucht – so war es ursprĂŒnglich geplant, aber durch Xiaos ungeplante, frĂŒhzeitige Abreise von Victoria, ermöglichte das Leben ihr noch ein paar Tage zu dritt viel ĂŒber Probleme und AbgrĂŒnde in (vermeintlicher) Liebe zu erleben.

Ende Januar „feiert“ Xiao mit Xin in Peking das chinesische Neujahrsfest – das erste Mal in ihrem Leben ohne ihre Familie!
Und ich darf Anfang Februar (unerwartet) mit Mama und Papas BrĂŒdern und deren Frauen Papas 78. Geburtstag feiern.

Xiaos Weg zu mir


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die letzte korrupte Dummdreistigkeit…

…herrscht beim Transfer und auf dem Flughafen

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An meinem Abreisetag, fragt mich Alyoush schĂŒchtern-beschĂ€mt, ob ich ihm Geld leihen könne, da sein mĂŒhsam ersparter Heimflug verfallen ist, wegen eines „Fehlers“ der hohen, korrupten Herren der Einwanderbehörde!
Ich bitte ihn niemandem von dem Geschenk zu sagen und bekomme Erlaubnis in den Ort zu gehen um Geld abzuheben und fahre dann via TukTuk-Taxi eine Ortschaft weiter um es in Dollar umzutauschen.
Am Nachmittag zurĂŒck im Lager muss ich beginnen meine Sachen zu packen, da der Abschiebe-Fahrer mit einem Kombi wegen des sperrigen Radkartons fĂŒr 21.30 Uhr bestellt ist.
Nach dem Packen und ein letztes Mal den „Genuss“ von Reis in Zeitung, gibt es noch die herzliche Verabschiedung von meinen Lagerfreunden.
Als mein Bewacher/Fahrer (der mich zur Abschiebung an den 45 km entfernten Flughafen bringen soll) mit einer halben Stunde VerspĂ€tung um 22 Uhr eintrifft, dauert es ganze 15 Minuten bis man das VorhĂ€ngeschloss des Gitters um unsere Baracke endlich aufbekommt und dann stellt sich noch heraus, dass er nicht wie abgemacht mit einem Kombi gekommen ist. Er scheint genervt und hochnĂ€sig und hilft mir natĂŒrlich auch nicht beim Schleppen meines GepĂ€cks zum Pickup – aber ich bekomme wenigstens mit einiger MĂŒhe alles verstaut. Bevor ich einsteige, fragt er mich welchen Weg er nehmen solle – Bundesstraße oder Autobahn? „Sie sind hier zuhause, Sir, nicht ich“ ist meine verwirrte Antwort – „ja, meint er, aber ohne Autobahn könnte es knapp werden – und die Autobahn kostet extra!“ Er will tatsĂ€chlich Geld von mir!?! „Erstens habe ich meine gesamten Restrupies an die Mitinsassen verteilt – und zweitens ist es nicht meine Sache rechtzeitig zu starten – ich bin schon viele Stunden startklar!“ Er nimmt die Bundesstraße und versucht mir unterwegs permanent Angst zu machen, dass am Flughafen sicher eine lange Schlange wĂ€re und ich dann eben meinen Flug verpassen wĂŒrde! Dann fragt er mich warum ich im GefĂ€ngnis gewesen wĂ€re und ich meine es wĂ€re zu komplex ihm dies zu erklĂ€ren – er lĂ€sst nicht locker und als ich es ihm erzĂ€hle, unterbricht er mich laufend mit dem Einwand das sei doch alles total gelogen!?! „Sir, lassen sie mich doch bitte einfach in Ruhe – ich bin genug provoziert worden“ ist mein mĂŒder Kommentar. Wenn ich frech werden wĂŒrde, könne er mich sofort ins Lager zurĂŒckfahren! „Sie können mir keine Angst machen – inzwischen nicht mehr Sir!“„ Als er dann nach Xiaos Alter fragt und meint ich hĂ€tte wohl ĂŒberhaupt keinen Skrupel, reicht es mir. Ich verliere jeglichen Respekt vor ihm und lass ihn das jetzt auch deutlich hören. „Nur weil in ihrem Land Wahrheit und Rechte mit FĂŒĂŸen getreten werden und die Geldgier so groß ist, dass es zu einem PĂ€dophilen-Paradies geworden ist, sollten sie nicht davon ausgehen, dass alle Menschen so sind!“ Jetzt habe ich meine Ruhe!

Rechtzeitig vor Mitternacht am Flughafen angekommen, geht er mit mir wie selbstverstĂ€ndlich an der kleinen Warteschlange vorbei direkt zum Eincheck-Schalter – so viel dazu – die vor Geldgier dummdreiste Verlogenheit hatte ich, vorher im Auto, vergessen zu erwĂ€hnen!!! Als ich mein GepĂ€ck und das Fahrrad aufgegeben habe (bei dem mir auffĂ€llt, dass ich meinen Fahrradsessel im Camp vergessen habe – muss wohl unter ein Bett gerutscht sein), geht es mit meinem nunmehr freundlich-zuvorkommenden Begleiter zum Flughafen-BĂŒro der Einwanderbehörde.
Als ich da so sitze und auf meinen Pass warte, ruft plötzlich ein Mann vom Flughafengang herein: „Ha! Dich kenne ich! Ich weiß wer du bist!“ – er meint mich! Schnell springe ich auf und gehe direkt auf ihn zu (er erschrickt, wollte er doch wahrscheinlich mir Angst machen!) und sage ihm frech ins Gesicht: „Wenn sie mich kennen, dann sind sie einer der korrupten LĂŒgner da oben!“ – und als er wĂŒtend wird, fĂŒge ich schnell und laut hinzu „wenn sie ein wenig Charakter haben und nicht nur eine große Klappe, dann geben sie mir ihren Namen – meinen kennen sie ja. Ich kann alle Namen da oben fĂŒr die EU, die euch gutglĂ€ubig unterstĂŒtzt, gut gebrauchen!“ Außer sich vor Wut entfernt er sich sehr schnellen Schrittes! Im Internierungslager hatte ich erfahren (nachdem mich das Schild „EU-subventioniert“ an unserem GebĂ€ude interessierte), dass die EU nicht nur die GebĂ€udesanierungen gesponsert hat, sondern die Einwanderbehörde ĂŒber 20 Euro pro Tag und „Gast“ bekommt – da die tatsĂ€chlichen Kosten der beschĂ€menden Unterbringung und Verpflegung weit darunter liegen dĂŒrften, versteht sich von selbst, dass man ĂŒber großen und lange dauernden „Besuch“ ĂŒberhaupt nicht abgeneigt ist!!! Ich versuche eigentlich immer alle Menschen durch MitgefĂŒhl und VerstĂ€ndnis zu verstehen/lieben – aber irgendwie scheint es seit dem Kidnapp-Versuch doch ein wenig (zu) viel fĂŒr mich gewesen zu sein!
Als mein Reisepass nach Mitternacht endlich fertig ist, bringt mich „mein Abschiebe-Fahrer“ Richtung Gate. Unterwegs verrĂ€t er mir, dass auch er in der FĂŒhrung der Einwanderbehörde gearbeitet hĂ€tte, aber von dieser furchtbaren LĂŒgen-Korruption dort oben regelrecht krank geworden sei und deshalb jetzt nur noch Fahrdienst mache. Das Virus scheint aber leider noch in ihm, aber hoffentlich sagt er ja diesmal die Wahrheit, wĂ€re schön weil er jetzt sogar noch meint, dass ich in Ordnung wĂ€re! Wir umarmen uns zum Abschied und als ich am Gate stehe gibt mir meinen Pass mit dem „REMOVED“ Stempel.
Eine Stunde spĂ€ter sitze ich im KLM-Flieger gen Amsterdam und irgendwie kann ich es erst richtig glauben und mich entspannen, als wir in der Luft sind – gebranntes Kind
 riecht schlecht! 😉

heimwÀrts zu meinen Eltern


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ein letztes Mal vor den Richter…

…da es seiner Zustimmung fĂŒr meine Abschiebung benötigt

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Am spĂ€ten Vormittag (eigentlich war, wie schon ein paar Tage zuvor, der frĂŒhe Morgen geplant) holen uns (PaulFrank) schwerbewaffnete Polizisten fĂŒr den Transfer zum Gericht im Lager ab. Als sie uns Handschellen anlegen wollen kann ich ihnen klarmachen, dass wir, wie sie ja hoffentlich wissen, nicht auf dem Weg ins GefĂ€ngnis sondern zu unserer Freiheit sind.

So geht es nun im GefÀngnisbus zum 1,5 km entfernten Gangodawila-Gericht.
In der Schnellgericht- „Abstellkammer“ mĂŒssen wir (PaulFrank) bestĂ€tigen, dass wir die komplette „Rechtsprechung“ unseres Falles anerkennen, da er nur so abgeschlossen werden kann! Danach frage ich den Richter, ob ich noch etwas persönliches vorbringen dĂŒrfe (zum Schrecken des Anwalts) und als dieser bejaht: „Sir, ich möchte sie fragen ob ihnen bewusst ist, dass dieser Polizist (2 Meter neben mir – der mit dem PrĂŒgel auf Pauls Kopf
) sie mehrmals belogen hat – das letzte Mal als sie ihn bei der letzten Verhandlung am 5. Dezember fragten ob meine Freundin noch im Lager sei.“ Ich verstehe natĂŒrlich nicht was der Richter mit dem Polizisten spricht, aber er scheint ihn wirklich damit zu konfrontieren, weil dieser sich kleinlaut zu verteidigen scheint – und als der Richter sich wieder mir zuwendet setze ich fort: „Sir, ich sage ihnen dies nicht weil ich ihn wegen der dreisten GefĂŒhllosigkeit seinen Mitmenschen gegenĂŒber verurteile – sein Hass ist schon selbstzerstörend genug – ich sage es ihnen, da ich wĂ€hrend dieses Albtraumes, den meine Freundin und ich in den letzten dreieinhalb Monaten in ihrem einzigartig schönen, kleinen Land erleben mussten, immer wieder mal auch herzlich mitfĂŒhlende Menschen treffen durfte, die versuchten gerecht und fair zu sein – die aber durch unehrliche Menschen denen sie vertrauten, sei es gewollt oder ungewollt, leider ein Werkzeug der Korruption und damit natĂŒrlich auch selbst unglaubwĂŒrdig wurden! So kann man sicher schwerlich einen weiteren materiellen und geistigen Verfall aufhalten. Da sie auch ein herzlicher und mitfĂŒhlender Mensch zu sein scheinen, wĂŒnsche ich ihnen, dass sie kein solches Werkzeug zu sein brauchen.“
Der Polizist versteht es natĂŒrlich nicht – denn es ist auch wieder kein Dolmetscher da! Er wĂŒrde es sowieso nicht verstehen, da Hass und Angst ja bekanntlich blind machen – Augen und Verstand – blind fĂŒr das Gute und fĂŒr Not!
Unser Anwalt ist fassungslos wegen meiner Worte – denn so dreist-korrupt und geldgierig man hier auch ist, die Angst vor der (ehemals) gewaltig-korrupten Polizei und Justiz ist immer noch ĂŒbermĂ€chtig. Doch der Richter hat mich wohl verstanden/gespĂŒrt – er lĂ€sst uns (Paul/Frank) gehen.
Er scheint wohl nicht, im Gegensatz zu vielen anderen Sri-Lankesen, einen „arroganten und geilen (weil ein junges MĂ€dchen verfĂŒhrenden) Ketzer“ in mir sehen zu wollen/mĂŒssen! Nachdem ich mich vom Richter per Handschlag dankend verabschiede (hĂ€tte ihn gerne umarmt aber er ist, vielleicht zum GlĂŒck nicht aufgestanden) und der Anwalt (immer noch geschockt wegen meiner fĂŒr ihn Dummdreistigkeit) verĂ€chtlich meint er wĂŒrde in den nĂ€chsten Tagen wegen der Bezahlung im Lager vorbeischauen, geht es, mit der Vorfreude auf meine baldige Freiheit (Abschiebung nach Deutschland – da ich einen deutschen Reisepass habe), im GefĂ€ngnisbus zurĂŒck zum nahen Abschiebelager.


ZurĂŒck im Lager heißt es fĂŒr mich jetzt hoffen, dass meine Abschiebepapiere (wie vom Richter versprochen) spĂ€testens am nĂ€chsten Tag bei der Migrationsbehörde sind.
Der junge, schĂŒchterne Pakistani Alyoush (hier auf dem Bett mit unserem chinesischen Lagerkollegen), der mir mein ehemaliges Bett ĂŒberlassen hat und zunehmend mehr Vertrauen zu mir findet, bucht gerade einen Flug um in die Heimat abgeschoben zu werden.
Das lieblose, dĂŒrftige und einseitige Reis-Essen stĂ¶ĂŸt vor allem den Mitbewohnern auf, die schon viele Monate hier sind und deshalb landet es nicht selten in der MĂŒlltonne vor den Toiletten – ganz zur Freude der Hunde und Ratten oder am Gitter fĂŒr die Streifenhörnchen.
Immer wieder gehe ich ins BĂŒro des neuen Lager-Officers und bitte ihn doch nochmals wegen meinen Abschiebepapieren nachzufragen. Als dann der Rechtsanwalt kommt und sein „Honorar“ möchte, sage ich ihm, dass sein Auftrag fĂŒr mich natĂŒrlich nicht abgeschlossen ist, solange meine Papiere nicht kommen und frage ihn auch warum der Herzstein und die Wildrose, die ich ihm am 28.11. in der Gerichtszelle fĂŒr Xiao gegeben hatte, nicht bei ihr angekommen sind. Da wird er wĂŒtend und schreit beim Weggehen ausfĂ€llig beschimpfend, dass ich das blöde Geld behalten solle.
Tags darauf wirft mich der neue, herzliche Lagerofficer wĂŒtend aus dem BĂŒro, weil ich nicht locker lasse wegen meinen Papieren. SpĂ€ter lĂ€sst er mich wieder rein und gesteht mir verzweifelt, dass er auch nicht wisse was los sei denn es wĂ€re alles sehr sonderbar in meinem Fall. Da umarme ich ihn herzlich und sage ihm es tĂ€te mir leid, dass er wegen der Korruption seiner Chefs so leiden mĂŒsse. Kurz darauf bittet er mich schnell hinaus, da sein oberster Chef kĂ€me! Diesen fange ich spĂ€ter vorm BĂŒro ab um ihn zu fragen ob er wisse, dass man da oben Informationen ĂŒber mich an unberechtigte Menschen (Aroshas Name erwĂ€hne ich nicht) weitergeben wĂŒrde? Das interessiere ihn nicht, meint er herablassend. „Mich aber sehr und die EU eure Arbeitsweise bestimmt auch, wenn ich nicht bald hier raus komme!“ reagiere ich – und als ich ihn nach seinem Namen frage, rastet er total aus! Mehrfach schreiend, dass man seinen Namen nicht bekommen könne, verlĂ€sst er schnell das Lager. Es tut mir weh, diesen Menschen in ihrer Not aus dummdreister Korruption und Geldgier auch noch drohen zu mĂŒssen – aber es scheint das Einzige zu sein was hilft, denn

…am nĂ€chsten Tag sind dann wider erwarten plötzlich meine Papiere komplett und fertig, so dass ich meinen Flug buchen kann – fĂŒr den 24.01. um 2 Uhr morgens von Colombo via Amsterdam nach Stuttgart.
Am ĂŒbernĂ€chsten Tag erlaubt mir der herzliche Lagerofficer sogar alleine das Lager zu verlassen um mich noch ein wenig auf dem PolizeigelĂ€nde ums Lager umzusehen. So sehe ich zufĂ€llig (und verstehe nun), dass die Officers sich Fleisch aus dem Feuertopf in der schĂ€bigen KĂŒche holen, bevor die Reisportionen mit nur noch ein wenig Soße fĂŒrs Lager in Zeitung gewickelt wird.

die letzte korrupte Dummdreistigkeit


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meine mögliche Freiheit…

…eröffnet sich plötzlich zum Jahreswechsel

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Das Wunder meiner möglichen Abschiebung kommt am Silvester-Nachmittag – erstaunlich genug durch den korrupten Lager-Officer, den ich 6 Wochen zuvor vor Gericht umarmt habe, unmittelbar nachdem ich wegen seiner Falschaussage zu GefĂ€ngnis verurteilt wurde.
WĂ€hrend er sich am Silvester-Nachmittag herzlich-freudig an meinem Bett von mir verabschiedet, da er (im Prinzip durch mich) eine neue Stelle am Flughafen bekommen hat, wundert er sich warum ich immer noch da sei?!
Als ich ihm sage, dass ich (PaulFrank) Ende Februar meinen nĂ€chsten Gerichtstermin habe, sagt er: „Mein Gott, hat dir niemand erklĂ€rt, dass dies nur gilt wenn du dich nicht in dein Heimatland abschieben lĂ€sst?
Sofort gehe ich mit dem neuen Officer zur Polizeiwache – aber der Polizeichef ist natĂŒrlich nicht da.
Diesen verschlafe ich, wÀhrend Xiao mit ihren Uni-Freundinnen feiert.

Erst ein paar Tage spĂ€ter als der Polizeichef von seinem Urlaub zurĂŒck ist bestĂ€tigt sich die Aussage des ehemaligen Lagerofficers. Trotz der Hilfe des neuen, herzlichen Lager-Officers (der sogar zittert als wir gemeinsam vor dem Polizei-Officers stehen um wegen meiner möglichen Abschiebung zu fragen – so groß ist immernoch die Angst vor dem ehemaligen Polizeistaat) schafft man es irgendwie (sei es durch Schlamperei oder absichtliche Zeitgewinnung), meinen Abschluss-Gerichtstermin nochmals gut 2 Wochen hinauszuzögern.
Damit der Paul/Frank-Fall vor Gericht beendet werden kann braucht es nochmals „meinen“ Rechtsanwalt, weil die Officers hier im Internierungslager nur mit ihm „zusammenarbeiten“ (dĂŒrfen)!? Da Paul kein Geld hat, komme ich natĂŒrlich gerne auch fĂŒr seine Anwaltskosten auf – schließlich hat er mir dieses „Abenteuer“ ermöglicht.

Plötzlich wird unsere Bewachung vervielfacht und sogar vom höheren GebĂ€ude auf der anderen Straßenseite hinter unserer Baracke werden wir ĂŒberwacht – denn – wie es sich fĂŒr einen richtigen Albtraum gehört, bekommen wir fĂŒr ein paar NĂ€chte sogar noch einen eiskalten, chinesischen Profikiller als Bettnachbar!? Unterdessen lĂ€sst Xiao in Tianjin eine Geburtsurkunde anfertigen fĂŒr eine Aufenthaltsgenehmigung in Schweden.
Xiaos Tante (hat einen einflussreichen Mann mit 2 KrankenhĂ€usern) bittet sie plötzlich herzlich doch zu ihr nach Baotou zu ziehen um ihr mit den Hunden zu helfen – aber es stellt sich heraus (was ich auch gefĂŒhlt habe), dass sie doch wider ihrem Versprechen wegen Xiao`s Situation mit deren Eltern in Kontakt steht. Als Xiao ablehnt bittet ihre Tochter, Xiaos Kusine, sich mit ihr zu treffen und als Xiao das auch ablehnt schĂ€lt sich auch noch der einflussreiche Onkel ein und versucht Xiao zum Kommen zu ĂŒberreden indem er anbietet mir aus dem Lager nach China zu helfen!?!
Da Zara Mitte Januar in den Semesterferien zu ihren Eltern geht, nimmt Xiao die Einladung ihrer Uni-Freundin Victoria an und zieht nun vom Studentenzimmer mit Zara von Tianjin mit dem Zug 4 Std. und 700 km sĂŒdlicher zu Victoria in die Wohnung ihrer Eltern in Qingdao – wobei der Vater momentan auf GeschĂ€ftsreise ist.
Victoria ist homosexuell, was aber ihre Eltern natĂŒrlich niemals wissen dĂŒrfen. Aus der sonst so emanzipierten Victoria wird zuhause in Gegenwart der Mutter ein kleines unbeholfenes MĂ€dchen ohne StĂ€rke. Es scheint auch hier ein verstecktes Drama zwischen den Eltern und der Tochter zu geben – Leben weiß, wie wichtig es fĂŒr Xiao ist, zu verstehen was in ihrem Land wirklich gespielt wird.
Da Victorias Mutter fast nicht mit Xiao spricht, entscheidet sie sich schon nach ein paar Tagen zu ihrer Freundin Xin zu ziehen die mit ihrem Freund in Peking in einem Appartement wohnt.

ein letztes Mal vor den Richter


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zurĂŒck im Abschiebelager…

…keine Xiao und keine Aussicht auf Freiheit bis mindestens Februar

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Im Lager angekommen erfahre ich vor der Frauenbaracke, dass Xiao vor einer Woche deportiert wurde – die GefĂ€ngnis-GerĂŒchte also glaubwĂŒrdiger als der Richter!
Die Russin in der Frauen-Baracke (ist schon lĂ€nger mit ihrem Baby und ihrer Mutter im Lager) der sich Xiao anvertraut hatte gibt mir meine Tasche mit den Wertsachen und dem Smartphone. Xiao wartet wie wahnsinnig via Whatsapp schon 2 Tage auf meine RĂŒckkehr und ist ĂŒberglĂŒcklich.
Sie erzĂ€hlt mir, dass sie sich schon vor ĂŒber einer Woche, unter dem großen EinschĂŒchterungsdruck der EinwanderungsfĂŒhrung (nach 10 verzweifelten Tagen alleine mit ihrer schrecklicher Angst und einer Menge Schmerzen in Körper und Seele) fĂŒr die Abschiebung nach China entscheiden musste und fragt mich jetzt, ob ich ihr deshalb böse wĂ€re? (Was fĂŒr eine Frage – meine Liebe versteht – und mein Vertrauen ins Leben nimmt an was kommt und ist – wie könnte ich ihr da böse sein.)
Jetzt erfahre ich vom Wunder in letzter Sekunde ihrer wahnsinnigen Familie entkommen zu sein durch den mitfĂŒhlenden Angestellten der Einwanderungsbehörde und dass sie in China angekommen sofort bei einer Freundin untergetaucht sei und endlich ihre inzwischen gefĂ€hrlich infizierten Wunden im Krankenhaus behandeln lassen konnte.
Xiao meint ich solle doch nachschauen ob noch alles Geld da wĂ€re, weil die Russin sie ĂŒber Whatsapp gefragt hĂ€tte, ob viel Geld bei den Wertsachen sei, da anscheinend die Polizei im Lager gewesen wĂ€re und die Tasche durchstöbert habe. Es fehlt alles an Rupien und viele 100 Euro – meine absolute Not-Reserve! Als ich es der Russin erzĂ€hle, bekommen es die anderen Frauen mit. Sie sind sich alle sicher, dass nie die Polizei da war und eine Frau behauptet sogar, gesehen zu haben wie die Russin an einem Tag heimlich viel Geld ihrem sri-lankischen Mann auf Besuch zugesteckt hat. Da es sich natĂŒrlich schnell im ganzen Lager herumspricht wollen alle, dass ich den Diebstahl bei der Polizei melde um die Russin zu ĂŒberfĂŒhren. Ich versuche meinen aufgebrachten Mitinsassen zu verstehen zu geben, dass es ein Geschenk an sie in ihrer furcht-baren Not sei, da sie doch leider (noch) zu stolz ist, um Hilfe zu bitten und dass eine Anzeige diese Not, vor allem fĂŒr ihr Baby, bestimmt nicht kleiner machen wĂŒrde – was bei der Not jedes Einzelnen im Lager natĂŒrlich nicht verstanden wird.
Obwohl mein ehemaliges Bett jetzt ein junger Pakistani hat, macht dieser sofort fĂŒr mich Platz und schlĂ€ft fortan auf dem Tisch daneben. Mahmoud der Iraker im Bett neben mir nimmt es mir ĂŒbel, dass ich die Russin nicht angezeigt habe – aber auch er ist korrupt und unfair den anderen gegenĂŒber – ich sende ihm viel Liebe – mal sehen warum mir das Leben sofort wieder den Platz so dicht an seiner Seite zukommen lĂ€sst.
In China musste Xiao inzwischen mit dem Zug ins Appartement zu ihrer Freundin Eve nach Tianjin umziehen, da Qing den Druck nicht aushĂ€lt, den die Polizei auf Xiaos Freundinnen ausĂŒbt um sie zu finden – die Eltern lĂŒgen also weiter um ihre Tochter einzufangen – jetzt bei den chinesischen Behörden.

In Tianjin ist es Winter und Xiao hat mit SchuldgefĂŒhlen, ihrer Familie gegenĂŒber, bis zur selbstzerstörenden Schmerzgrenze zu kĂ€mpfen.
Im Lager herrscht Tristesse-Alltag.
Am deutlichsten wird dieser durch den Sri Lankesen symbolisiert der apathisch seine Runden dreht und sich anscheinend als Amerikaner ausgebend schon ein halbes Leben hier verbringen „darf“ – psychiatrische Behandlung auf srilankesisch.
Meine Situation im Lager sehe ich nun so: ohne ein Wunder werde ich wohl, wegen der LĂŒgen und Korruption noch lĂ€nger hier gefangen gehalten werden.
Wie ich von Lakshita (der Armee-Officer der uns das Motorrad lieh) zufĂ€llig erfahre als er mich im Lager besucht, werde ich auch beschuldigt Polizisten geschlagen zu haben – aber dieser LĂŒge nachzugehen, daran scheinen weder Richter noch Anwalt wirklich interessiert. Solange Xiaos Familie die hohen Stellen in Sri Lanka so beeinflussen kann und die deutsche Botschaft, wie es scheint, keine Mittel gegen diese korrupten VerhĂ€ltnisse hat oder weiß, werde ich Xiao wohl schwerlich wiedersehen können – und unser Wunsch, einfach und in Frieden/Liebe miteinander zu leben scheint sich, wenn ĂŒberhaupt, nur in ferner Zukunft erfĂŒllen zu können – aber – Leben weiß  Auch wenn ich hier im Internierungslager wieder hinter Gittern bin und weiterhin Ratten sowie einseitiges Essen herrschen – zumindest haben wir Kontakt via Smartphone und ich habe ein Bett mit Moskitonetz, wenn auch ohne Matratze – und das Wichtigste: Xiao scheint, fĂŒrs Erste zumindest, vor ihrer Familie in Sicherheit zu sein.

Vor Weihnachten hat Eve keinen Platz mehr fĂŒr Xiao weil die Mutter zu Besuch kommt und deshalb zieht sie zuerst ins 1 Std. entfernte Wohnheim ihrer Hochschul-Freundin Zia und ein paar Tage spĂ€ter zu unserer Freundin Zara in das Studentenwohnheim ihrer ehemaligen Nankai-UniveritĂ€t.
Im Lager wird in unserem Nebenbau weihnachtlich gekocht – immer unter Kontrolle und Anweisung von Mahmoud wie es scheint. Die Leute kaufen ihm sein Schauspiel der StĂ€rke/AutoritĂ€t zur Kompensierung seiner Not ab, deshalb darf er es sich erlauben den korrupten Officer zu schmieren um öfters spĂ€t Abends unbehelligt ĂŒber den Zaun hinterm GebĂ€ude steigen zu können um ins Spielcasino und zu seiner Freundin gehen zu können die er dann am nĂ€chsten Tag am Telefon, zur Freude der Lagerkumpels, wie ein Sklaven-Flittchen behandelt.
WĂ€hrend Xiaos Infektionen allmĂ€hlich heilen, bekommen wir im Lager an Heilig Abend eine fĂŒr mich schockierende Bescherung: Als ich am frĂŒhen Morgen durch lautes MotorengerĂ€usch aufwache, springe ich erschrocken auf um Feuer zu alarmieren da alles in unserer Baracke total vernebelt ist.
Wie es sich herausstellt ist es der ganz normale Wahnsinn der StechmĂŒckenbekĂ€mpfung – als wenn der tĂ€gliche Rauch der PlastikmĂŒll-Verbrennung genau vor unserer BarackentĂŒre nicht schon Gift genug wĂ€re.
Mahmoud und seine Freunde denken (religionsbedingt) natĂŒrlich nicht an Weihnacht und bei mir will verstĂ€ndlicherweise keine richtige Weihnachtsstimmung aufkommen – eingesperrt bei 40 Grad und gut das doppelte in Prozent an Luftfeuchtigkeit!
Ein WUNDERnvolle Weihnachtsgeschenk ist, dass ich mich an Xiaos Liebe zu mir trotz ihrer furcht-baren Situation erfreuen darf und sehr dankbar bin fĂŒr unseren stĂ€ndigen Kontakt via Whatsapp und Facebook der schon frĂŒh morgens nach dem Aufstehen, auf der Terrasse mit den Hunden zu meinen FĂŒĂŸen beginnt.
Zwischen den Festtagen bittet mich Mahmoud um Geld fĂŒr ihre Kocherei zur Essensaufwertung und meine Ration wird ab dann auch etwas bereichert.

meine mögliche Freiheit


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nach 17 Tagen Horrorknast…

…sowie beihnahe Einlieferung in die Psychatrie, geht`s zurĂŒck ins Abschiebelager zu Xiao (laut Richter)

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Am 5. Dezember geht`s im GefĂ€ngnisbus wieder zum Gangodawila-Gericht, wo uns (PaulFrank!?!) der Richter mitteilt, er wĂŒrde uns nicht mehr zurĂŒck ins GefĂ€ngnis schicken und dass wir deshalb wieder ins Internierungslager gebracht werden wĂŒrden – von seiner Idee mit unserer Visum-VerlĂ€ngerung wĂ€hrend der 12 weiteren GefĂ€ngnis-Tage, scheint er nichts mehr zu wissen – aber das bestĂ€tigt ja nur mein GefĂŒhl das ich eh gleich hatte!
Ich frage den Richter, ob Xiao noch im Lager sei? Nachdem er den Polizisten (der in Zivil auf Pauls Kopf den PrĂŒgel zersplittern wollte) gefragt hat antwortet er mir, ja, das sei sie! Mit feuchten Augen bedankte ich mich. Fast hĂ€tte ich vor Freude ĂŒberhört, dass unser nĂ€chster Gerichtstermin Ende Februar ist!?!
Auch wenn ich es nicht verstehen kann und will – das ist jetzt nicht so wichtig!!!
Doch anstatt ins Lager kommen wir wieder ins GefĂ€ngnis. Das sei normal ist Pauls (erfahrener Sri Lanka Knasti) coole Antwort auf der RĂŒckfahrt im prallvollen, vergitterten GefĂ€ngnisbus – der auch noch den Geist aufgibt.
Zuvor sind wir hier drinnen einer SchlĂ€gerei mit anderen Gefangenen nur knapp entgangen, die Paul aus einer Laune heraus extrem provoziert hatte – mit mir an sein Handgelenk geschellt wohlgemerkt!!!
Als ich nun genauer wissen will, warum wir nochmals ins GefĂ€ngnis zurĂŒck mĂŒssten, wird er hochnĂ€sig frech zu mir. Das Ă€ndert sich aber, als ich ihn frage ob es ihm nicht bewusst sei, dass er ohne meinen entsetzten, sehr lauten Ausruf (der aus mir in Sri Lanka automatisch Pauls Komplize und damit MittĂ€ter machte) vielleicht nicht mehr so ĂŒberheblich sein könne – als geistiger Idiot oder 1,80 Meter tiefer – nach einem auf seinem Kopf zerborstenen dicken PrĂŒgel!
Von da an ist unser Respekt gegenseitig!
Als wir den GefÀngniskomplex erreichen sehe ich erstmals den vorweihnachtlichen Andrang der HÀftling-Angehörigen mit Nahrung.

WĂ€hrend Xiao ihre Wunden bei Qing in Baoting pflegt warte ich am nĂ€chsten Tag ab 6 Uhr morgens vorm Officer-BĂŒro auf meine Entlassung.
Paul scheint es nicht so wichtig – er hat hier mehr Freunde als im Lager!
Am Abend meint der hohe 2-Sterne-Officer, der mich schon den ganzen Tag vertröstet hat, dass es ihm leid tĂ€te, aber es wĂ€re momentan kein Personal da um uns zum Lager zu bringen – aber gleich morgen frĂŒh!
Das Selbe am nĂ€chsten Tag! Nach weiteren Stunden des Wartens seit 6 Uhr morgens und gutgemeinten Vertröstungen meine ich verĂ€rgert zu ihm, dass die allgemeine UnzuverlĂ€ssigkeit in seinem Land die großen Probleme sicher nicht geringer machen wĂŒrde. Plötzlich werden alle untergeordneten Offiziere und WĂ€rter im BĂŒro abrupt leise und ich sehe Schadenfreude in vielen verbitterten Augen, da sie sicher erwarten, dass ich jetzt Höchststrafe bekommen werde – aber der hohe Officer sagt nur ganz mild, doch so, dass es alle im Raum hören können: „Dieser Mann hat recht – er ist ein guter Mensch“
„Ich wĂŒrde sie gerne Umarmen wenn uns das Leben eines Tages unter menschlicheren UmstĂ€nden wieder zusammenkommen lĂ€sst – mit mehr gefĂŒhlvollen Menschen wie ihnen, in brisanten Positionen, hĂ€tten wir eine bessere Welt!“ sage ich mit TrĂ€nen in den Augen zu ihm.
Hat mich der mitfĂŒhlende, hohe Offizier wirklich nur gespĂŒrt oder hatte der zuvor so mĂŒrrische, gefĂŒhlskalte WĂ€rter, dem ich energetisch helfen durfte, nicht nur mich ĂŒberglĂŒcklich von seiner kleinen Wunder-Heilung wissen lassen?
Diese herzliche Begegnung macht den Entlassungsaufschub ertrĂ€glicher – auch wenn ich mein Wiedersehen mit Xiao natĂŒrlich kaum mehr erwarten kann.
Beim Entlassungsarzt wird klar, wie wichtig diese Begegnung mit dem hohen 2-Sterne-Offizier war, kann doch der Officer (den er anscheinend mehr zu meinem Schutz als zur Bewachung mit mir geschickt hat) gerade noch verhindern, dass dieser herzlos arrogante Arzt mich noch im allerletzten Moment als psychisch krank in die Psychiatrie einliefern lĂ€sst – danke liebes Leben!
Vom GefÀngnis werden wir (PaulFrank) in einem normalen PKW zur Migrationsbehörde ins 6 km entfernte Battaramulla gefahren.
Hier mĂŒssen wir stundenlang warten, bekommen Essen und werden schriftlich aus dem GefĂ€ngnis entlassen bevor es 5 km weiter zum Abschiebelager in Mirihana geht.

zurĂŒck im Abschiebelager


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zurĂŒck in den Knast…

…wĂ€hrend Xiao abgeschoben wird

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Wie selbstverstĂ€ndlich komme ich vom Gericht (trotz der nicht besseren Infektionen) nicht zurĂŒck zur Krankenstation sondern wieder ins GefĂ€ngnis.
Im Abschiebelager kontaktet Xiao den Anwalt und hat Kontakt mit Ashen in Panadura der nach uns fragt.

Inzwischen hat Xiao zur Abschiebung eine Kopie ihres Ersatzpasses bekommen und die Daten des gebuchten Fluges.
Am Abend des 28. November wird sie zum Flughafen gebracht, da es kurz nach Mitternacht zurĂŒck nach China gehen soll – wie durch ein Wunder kann sie in letzter Sekunde ihrer wahnsinnigen Familie entkommen konnte durch den mitfĂŒhlenden Engel (Angestellten der Einwanderungsbehörde) der seine Vorgesetzten erst informierte als Xiao schon in der Luft ist, so dass ihre Familie (die noch in Sri Lanka war) sie nicht, wie geplant, am Flughafen ab- und einfangen konnte.
„dass das Leben mir, seit ich ihm so total vertraue, immer Hilfe/Engel schickt – spĂ€testens im allerletzten Moment!“ hatte ich ihr 3 Wochen zuvor auf dem Weg zum Richter gesagt und nicht nur unzĂ€hlige Male auf meiner inzwischen fast 7-monatigen, ungeplanten und dadurch WUNDERnvollen Reise erfahren dĂŒrfen.
Von all dem, was bei/mit/um Xiao geschieht, weiß ich im Knast natĂŒrlich nichts.

Nach viereinhalb Stunden Flug landet Xiao auf dem Flughafen Kunming-Changshui wo sie eigentlich geplant hatte den Weiterflug nach Tianjin verfallen zu lassen falls ihre Familie sie in Peking abfangen wollte – aber sie wirft den Plan bei der Freundin in Kunming unterzutauchen ĂŒber den Haufen und hofft die 3 Freundinnen die auf dem Flughafen in Tianjin auf sie warten wollen können sie abschotten falls es nötig werden wĂŒrde.
Nach weiteren 3 Stunden Flug landet sie unbehelligt in Tianjin, wo sie ihre 3 Freundinnen Victoria, Qing und Zara freudig in Empfang nehmen.
Nach etwas Aufenthalt mit den Freundinnen in Tianjin geht es via Schnellzug weiter zu Qing`s Appartement in Baoding (160 km – 1 Std.)

WĂ€hrend Xiao am nĂ€chsten Tag im nahegelegenen Krankenhaus ihre extrem infizierten Wunden von schockierten Ärzten behandeln lĂ€sst, herrscht im GefĂ€ngnis der ganz normale Alltagswahnsinn und Nachtrazzia.

Anfang Dezember erfahre ich ĂŒber mehrere Umwege (habe inzwischen viele Mitgefangene herzlich erreicht), dass Xiao angeblich nicht mehr im Lager sei?!
Wieder beginnt es mich fast zu drehen – aber Leben weiß…
…und lĂ€sst mich sogar noch einem wegen Armbruch-Schmerzen stĂ€ndig mĂŒrrischen und zeitweilig aggressiven WĂ€rter energetisch helfen, nachdem ich ihn vorsichtig aber herzlich um Erlaubnis gefragt habe!
Bei einem Verwalter darf ich mit einer Gitarre das Herz öffnen und bei der Hilfe in der KĂŒche (wo zwar wenig hygienisch aber dafĂŒr auf offenem Feuer gekocht wird) finde auch ich etwas Abwechslung und besseres Essen wĂ€hrend Xiao in Baoting ihre FĂŒĂŸe zur Heilung schont.

nach 17 Tagen Horrorknast


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ob Krankenstation oder Gericht…

…der Albtraum hört nicht auf

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Nach etlichen Versuchen (trotz Richterbeschluss) in der Knast-Ambulanz wegen meiner zunehmenden Infektionen am rechten Unterbein Überweisung fĂŒr die Krankenstation zu erreichen, eröffnet mir am 26. November endlich eine mitfĂŒhlende, kompetente Ärztin endlich dorthin – 200 m weiter im riesigen Werlikada-GefĂ€ngniskomplex.
Leider sind auch hier die Bedingungen trotz eines eigenen Bettes nicht wesentlich besser – der stinkenden Uralt-Matratze wĂŒrde ich den Steinboden vorziehen, wenn ich nicht so Schmerzen hĂ€tte – einzig Platz ist etwas mehr vorhanden – fĂŒr die Kranken und die Ratten.

Im Abschiebelager hat Xiao erfahren, dass ihre Eltern und Schwester immer noch in Sri Lanka sind und hat deshalb den Verdacht, dass sie abgeschoben werden soll um von ihnen am Flughafen abgefangen zu werden. Sie kontaktiert einen vertrauenswĂŒrdigen Angestellten der Migrationsbehörde und bittet panisch um Hilfe.
Auf der GefĂ€ngnis-Krankenstation setzt ein Gefangener Hilfs-Pfleger meinem Leiden die Krönung auf, der mir den Eiter aus der 1 cm großen, schwarzen Wunde mit seinem dreckigen Daumen-Fingernagel auszudrĂŒcken versucht – als ich ihn aus Schock und Schmerz fast erschlage, verzieht er sich wundernd.
Zum GlĂŒck kommt spĂ€ter auch hier eine herzliche und endlich kompetente Ärztin, die sich hinter meinen Infektionen auch fĂŒr meine/unsere unglaubliche und recht aussichtslose Situation interessiert und sie verspricht mir sich darum zu kĂŒmmern, dass ich morgen zu meinem Gerichtstermin komme.

So geht`s nach 2 NÀchten in der Knast-Krankenstationam am Morgen des 28. November im GefÀngnisbus zum Colombo-Gericht-1.
Zu meiner EnttÀuschung/Verwunderung, ist keine Xiao da!?!
Der ehemals herzliche Richter wirkt mitleidig bis kĂŒhl und redet nur mit dem Anwalt!
Dieser erklĂ€rt mir auf dem Weg zurĂŒck zur Gerichtszelle, dass der Richter mit seiner Zustimmung diesen Fall (vom abgelaufenen Visum) beendet habe – ohne jegliche Abstimmung mit mir!!!
So einfach hat sich der Richter aus seinem Versprechen gewunden – und sich meine letzte Hoffnung in Luft aufgelöst – ich bin außer mir und breche gleichzeitig fast zusammen!
Als ich dem (fĂŒhle ihn nicht als meinen) Anwalt durch die GitterstĂ€be der ĂŒbervollen, stinkig-engen Gerichtszelle fĂŒr Xiao noch einen kleinen Herz-Stein und eine kleine Wildrose gebe (die ich im Knast finden durfte und wie durch ein Wunder durch die Leibesvisitation schleusen konnte) scheint er mich innerlich auszulachen!
Was ist mit uns Menschen nur passiert? Warum, wo und wann haben wir unser MitgefĂŒhl verloren, denke ich als ich versuche nicht verbittert zu sein – die vielen sri-lankischen Kinder kommen mir in den Sinn, von ihren Eltern zusammen mit dem Zimmer an pĂ€dophile GĂ€ste vermietet – die von den Chinesen drangsalierten Tibeter – die von uns Nachbarn an die Nazis verratenen Juden – und und und…

zurĂŒck in den Knast