Gestern haben sie wieder Tiefflug ĂŒber unseren „Stora Sjöarna“ („Die groĂen Seen“) geĂŒbt – und dabei kam mir ein ver-rĂŒcktes Erlebnis in den Sinn.
Vor einigen Jahren im Sommer stehe ich gerade hinterm Haus und blicke ĂŒber den See, als plötzlich ein bedrohliches Zittern ĂŒber unserem Inseldorf liegt und dann auch schon blitzartig etwas auf mich zufliegt – und im selben Moment sehe ich fĂŒr einen kurzen Augenblick klar und deutlich die Maske des Kampfjet-Piloten nur wenige Meter halbschrĂ€g vor und ĂŒber mir.
Ich bin total gebannt, als auch schon ein irrsinniges Getöse folgt und der DĂŒsenjĂ€ger bereits hinter den BĂ€umen des Nachbars verschwunden ist.
Als ich mich eine Weile spĂ€ter aus meiner Schock-/Faszinations-Starre löse, schaltet sich mein Verstand ein: Stop!!! Hier stimmt was nicht! War das Bild nur in meiner Phantasie? Nein, zu klar und deutlich – fast greifbar – als wĂ€re die Zeit fĂŒr einen Augenblick stehengeblieben!
Aber wie ist es möglich so etwas, bei annÀhernd Schallgeschwindigkeit, so klar und deutlich zu erkennen, ohne dass die Grenzen von Zeit und Raum aufgehoben sind?
…daraufhin kam mir der Pfad zum Sommer-Samilager am Mavasjaure-See in den Sinn – im Grenzgebirge und am nordwestlichsten Zipfel unserer GroĂgemeinde Arjeplog
Auf der Fahrt zum Grenzgebirge: Xiaos Premiere am Polarkreis in unserer GroĂgemeinde Auf der SilberstraĂe kurz vor Passhöhe und NorwegenStart zu Xiaos Wanderpremiere mit groĂem Rucksack – wir wundern uns ĂŒber die vielen Autos und den Bus auf dem WanderparkplatzAufi muaĂ iDer Goldregenpfeifer verziert uns optisch und mit seinem klagenden Schreien akustisch den AufstiegVideo aus dem Internet – so hat er mich schon viele Male zum Gipfel unseres Hausbergs begleitetEin letzter Blick zurĂŒck zu SilberstraĂe und ParkplatzDer Erzengelwurz – Angelica archangelica„Ich erfahre auch stĂ€ndig meine Grenzen am Berg – na ja was willst du auch machen mit der Jutta als Sherpa“ (Sketch von Uli Keuler âŹ)Hier der Sketch von Uli KeulerWenn Frange wĂŒsste zu was die NĂ€chste (viele km weiter und dann als HĂ€ngebrĂŒcke aus Stahl) uns fĂŒhrt đBerggang – kleine Schritte angesagt. Leben sei Dank ĂŒberall Trinkwasser – wie in den FlĂŒssen und Seen um unser Inseldorf đWĂ€hrend Xiao viele AusflĂŒchte zum PilzpflĂŒcken macht, bin ich natĂŒrlich auf Foto-Safari – als wenn man(n) diese wundervolle Energie in Pixel konservieren könnte.Manchmal ĂŒberdeutliche Markierung des Wanderpfades – Frau Xiao geht stetig ihren WegâŠâŠgen aufreiĂenden Himmel đFreiheit die ich/ist meineSki nicht, aber wandern gutKurzzeitige Entlastung fĂŒr die Schultern – die sich (noch) strĂ€uben gegen die ungewohnte Last die an ihnen zerrtSo viel schönSogar die Verpflegung freut sich ĂŒber die lĂ€ngere EntlastungDer Fels scheint leichter zu (er)tragenWenn ich den See seh‘ brauch ich kein Meer mehr Der Anglersmann hat’s eilig – und schockt Xiao beim Ăberholen„I habs wollen wissen…“Auf 900 Meter Höhe – hier oben in Lappland schon ein paarhundert Meter ĂŒber der BaumgrenzeEin letzter Blick gen zurĂŒck gen SĂŒdwest in das Hochtal der SilberstraĂeImmer weiter Richtung Norden und Mavas Sami-Sommerplatz(Fast) frei wie ein Vogel Obi muaĂ i……lang und stetig hinunter zum Jurunjaure-SeeKurze Entlastung – Alterssitz oder Steinzeit FrechdachsRunter geht’s – statt an die Kraft, in die KnieAuf dem Mavas „High“-„way“ hinunter zur BaumgrenzeDie stolze, einsame weil höchstgelegene Gebirgsbirke weist unsâŠâŠhinein in den GebirgsbirkenwaldSieht aus als wĂ€ren hier frĂŒher die Rentiere der Bergsamen im Rundgatter gemolken wordenNoch recht dynamisch – so wie’s aussiehtAnscheinend startet heute unten am Wasserfall des Jurun-See ein Festival!? – laut! einem entgegenkommender Wanderer, der hochoben und weit entfernt auf der anderen Bergseite letzte Nacht den Soundcheck miterleben „durfte“Am Wasserfall des Jurunjaure-See angekommen, der hier zum SeldutjĂ„hkĂ„-Fluss wird……wollen wir an diesem idyllischen PlĂ€tzchen Mittags- und Erfrischungsrast machenâŠObwohl ich irgendwie fĂŒr das Festival auf der anderen Seite der WasserfĂ€lle fĂŒhle, haben wir uns entschieden nach der Rast weiterzuwandern, da Xiao nicht unter so vielen Menschen sein möchte.Doch plötzlich stand ein junger Mann bei uns und fragte, ob wir wegen des Festivals gekommen seien und wo wir herkommen. Als wir Mellanström sagten meinte er, hieĂe Calle und kenne einen Mann aus unserem Inseldorf – Lasse Pedersen – ein guter Freund seines Vaters und zu-fĂ€llig mein Reserve-Papa Da noch nicht alle angemeldeten Teilnehmer da sind, ludt er uns zum Mittagessen ein und meinte wir dĂŒrften auch gerne bleiben. Und schon gehen wir hinter ihm her in Richtung Mittagessen unterm groĂen Zeltdach auf der andern Seite der HĂ€ngebrĂŒcke Welch ein WUNDERvoller Platz BrĂŒcke ĂŒber die WasserfĂ€lle zum FestivalWelch WUNDERnvolle Lage und EnergieĂberblick ĂŒber den wundernvollen Festival-PlatzWir werden von allen so herzlich empfangen, dass es mir die TrĂ€nen in die Augen treibt und Xiao ihre Scheu augenblicklich verliert – ein Weiterwandern ist nun fĂŒr uns beide undenkbar… Die kleine KĂŒche fĂŒr die geplant 80 Personen – und alle helfen natĂŒrlich mit đ mittendrin statt nur dabei đzu-fĂ€llig (natĂŒrlich) wird Frange (der Ex-WildnisfĂŒhrer) nach dem leckeren Mittagessen aus dem „KĂ„sa“ (Trinknapf), am Lagerfeuer eingeteilt – zur Glutproduktion fĂŒr das spĂ€tere RĂ€ucherritual bei der Eröffnungszeremonie. HeiĂe, rauchige Aufgabe aber dafĂŒr StechmĂŒckenfrei! Willkommene AbkĂŒhlung im 10 Meter entfernten Gletscherwasser… âŠwĂ€hrend Xiao ihrer KĂŒnstlerader freien Lauf lĂ€sst đLeben kann und sei Dank – auch Xiao fĂŒhlt sich hier angekommen und geliebt đUnd wĂ€hrend die Einen relaxen – Ă€h – chillenâŠâŠtĂ€tigen die Anderen die letzten HandgriffeIm groĂen „Kreis“ der⊠…EröffnungszeremonieWelch WUNDERvolle EnergieReihum bekommt jeder eine RĂ€ucherweihung und ruft ein ihm wichtiges Wort aus als Wunsch fĂŒr alle Mitmenschen auf Mama Erde. Xiao wĂŒnscht „present“ (imJETZTsein) und ich „tillfredsstĂ€llelse“ (ZuFRIEDENheit)Björn, der Helipilot (der mich 1998 von der letzten Wildnis in Europa herausgeflogen hat), unterbricht mit der Landung hinter der Kinder-Spiel-Zeltkote die Zeremonie kurz – und wird auch tief berĂŒhrt â obwohl er in den letzten Jahren schon viele Male Material fĂŒr`s Festival ein- und ausgeflogen hat,durfte er sie erst jetzt zufĂ€llig miterleben đđEin âAltarâ des Herzens wo man GegenstĂ€nde ablegen darf, fĂŒr die man fĂŒhlt đNach der Zeremonie und einem tiefen GesprĂ€ch mit einem noch nicht so dem Leben vertrauen könnenden Paar, errichten wir unser 1,5-Personen-Panorama-Leichtgewichtshotel an unverbaubarer Lage und vor allem durch Windrichtung, tiefere Position und Wasserfall-Getöse vor der kommenden Techno-Dröhnung die ganze Nacht durch einigermaĂen geschĂŒtzt 15 Uhr – die Musi beginnt Um tanzen zu können muss ich zuerst meine von der „Anreise“ in Mitleidenschaft genommenen Stoff-Mokasins, meine besten weil einzigen Schuhe, nĂ€hen Techjockey – mit Wasserfall im RĂŒcken im Ein-Klang nicht nur mit der Natur – und nicht nur die Seele baumeln lassenNoch ist Xiao etwas schĂŒchtern… …doch das Gletscherschnee-gekĂŒhlte „Starköl“ (richtiges Bier) scheint allmĂ€hlich zu enthemmen Xiaos SchĂŒchternheit scheint doch gröĂer als vermutet WĂ€hrend die Anderen unterm Zeltdach Abendessen schöpfen, machen wir auf dem Holzkocher vor unserem Panorama-Hotel Pilzeintopf, mit den Röhrlingen die Xiao am Vormittag unter Wegs und Last gepflĂŒckt hat Habe feeeeertigWie es sich fĂŒr ein richtiges Panorama-„Hotel“ gehört Abendessen auf der Panorama-Terasse GestĂ€rkt geht es die 100 m vom Panorama-Hotel zur Panorama-„Disco“When the „night“ comes Nach viel Tanz und gemĂŒtlichem BeisammenSEIN am Lagerfeuer fĂŒhlen wir 2 uns noch vor Mitternacht bereit fĂŒrs Daunenâbettâ God (dans- och bastu-)natt ni underbara vĂ€nner Gute (Tanz- und Sauna-)Nacht ihr wunderbaren Freunde Die Techno-BĂ€sse haben die ganze (gute) Nacht den Wasserfall untermalt und enden gerade als wir um 7 Uhr aufstehenBlick auf Frau Xiao im Panorama-„Hotel“ und weiter hinten das Tanz- und Sauna-ZeltMorgen-Panorama – fĂŒr sich schon ein Festival Guten Morgen Frau Xiao Morgentoilette im Panorama-Badezimmer WĂ€hrend sich der harte Kern nach der Tanz- und Sauna-„Nacht“ zum Schlafengehen bereit machtâŠâŠnutzt Xiao die Rest-WĂ€rme der Panorama-Sauna đFrĂŒhstĂŒck-Vorbereitung in unserer Panorama-KĂŒcheDer (S)chiefkoch empfiehlt heute – wie jeden Tag: FruchtmĂŒsli in heiĂer Blaubeersuppe Noch kehrt er dem Gipfel ĂŒber ihm den RĂŒcken – aber bald gehts (noch unbewusst) los…Morgenyoga und Sonnen-Anbetung auf der Panorama-Terasse – hoff‘ mer mal, dass es nicht ums Ăberleben meiner KochkĂŒnste geht Da allgemein schlafen angesagt ist, wollen wir Zwei ohne GepĂ€ck aber StechmĂŒcken- und SonnengeschĂŒtzt den nĂ€chstgelegenen Jurunvaratj-Berggipfel erklimmen Ohne Schultern-Belastung bleibt nur der Kampf mit den StechmĂŒcken im Bergbirkenwald Blick zurĂŒck zum (jetzt schlafenden) Festival đErfrischung – Ă€uĂer- und innerlich Nein, (Frange)man (und Frau Xiao) muss den Namen nicht kennen um sich daran zu erfreuen? NĂ€chstes BĂ€chlein, nĂ€chste Erfrischung – flieĂend Wasser ĂŒberall Wer hier nicht der Schöpfung Liebe fĂŒhlt, ist gefĂŒhllos Oberhalb der Baumgrenze freier Blick auf „unseren“ Gipfel – nun von der anderen Seite Mit dem (Xiao-)Blick eines KĂŒnstlers Der untere Gipfel wĂ€re einfacher und kĂŒhlender zu erreichen Suchbild: wo ist der Frange? Blick hinunter zum Wasserfall – doch schon ein gutes StĂŒck gekommen – von unten sah es bedeutend nĂ€her aus Kurz unterhalb des Gipfels – Norwegen im RĂŒcken Frange dem Himmel entgegen Xiao ist (deutlich sichtbar) nicht nur ein KĂŒnstler mit dem Pinselâ…und i bin plötzlich dör höchste Punkt der Wölt…â đLĂ€ppisches GipfelkreuzDie StechmĂŒcken scheinen uns sogar bis hier oben gefolgt – wenn der Wind kurz Schnaufpause macht Blick zum Wasserfall……mit Ăberblick ĂŒbers Festival (mit unserem Panorama-Hotel etwas unterhalb der Bildmitte)Gipfel-See – schee !!!Jurunjaure-See mit Abfluss als Wasserfall des SeldutjĂ„hkĂ„-Flusses Manchmal ist es leicht sich EINS mit allem zu fĂŒhlen Manchmal ist es leicht sich EINS mit allem zu fĂŒhlen đđđAusblick ĂŒber Jurun-See und SeldutjĂ„hkĂ„-Fluss-Delta. In der Ferne der Ikesjaure-See und im nĂ€chsten Tal wĂ€ren wir dann zum Mavas Sami-Sommerlager gekommen⊠Leben weiĂ und kann – am einfachsten Wunsch- und Ziellos đAbstiegâŠâŠjeder auf seine ArtDankbare Erfrischungen… jetzt auch fĂŒr die MotoCross-geschundenen Knie Not-wendig đGedankenverloren in der weiten NaturWunderbarer „Eselswein“Gute Miene zum stechmĂŒckigen SpielZu erschöpft fĂŒr einen Blick zurĂŒck?Nach viereinhalb Stunden zurĂŒck am FestivalBjörn Helamb von Arctic Air ladet Holz ab fĂŒr Lagerfeuer und SaunaâŠâŠ und landet dann um AbfĂ€lle zu ladenâŠâŠund bald darauf machen wieder nur die WasserfĂ€lle von sich zu hörenTraumhaft đđđPilzgericht zum Zweiten – diesmal mexikanisch…âŠaus der frankischen TraumkĂŒche đDie StechmĂŒcken und mĂŒden Knochen treiben uns schon bald in die DaunenMitten in der Nacht kam der Regen runter und bei Xiao der Eintopf hoch – selbst dieser scheint vom HERZlichen Festival berĂŒhrt Nachdem wir alles gepackt und aufgelastet haben herzliche Verabschiedung von unseren vielen neuen Freunden – Dankeschön dass wir teilhaben durften Heute ist nicht alle Tage… so Leben will sehen wir uns wieder, keine FrageAufi muaĂ i – hinauf in Richtung Auto und starke BewölkungEin letztes Mal umdrehen zum wundervollen Wasserfall und Festival Stetig bergauf geht es wieder ĂŒber die Baumgrenze hinausHoff‘ mer mal dass der Himmel dicht hĂ€ltWeit unten liegen der Jurun-See, die WasserfĂ€lle und das FestivalWith a taste of the Scottish Highlands – wie bei meiner Tramptour durch Schottland 38 Jahre zuvorEs scheint sich zu lichtenOhne Blick zum Jurun-See zurĂŒck, gemĂ€chlich weiter Tritt um Tritt⊅gezeichnet vom Aufstieg nach schwerer NachtLetztmöglicher RĂŒck-BlickEndlich die Hochebene erreichtDie Sonne tut sich schwer gegen die massive WolkenfrontDer Abstieg liegt vor uns„Padjelanta“ – hohes, weites Land – der westlichste der Nationalparks der „letzten Wildnis Europas“Sie ist sogar zu mĂŒde fĂŒr ihre geliebten FarneWeiter immer weiter – mit letzter Kraft aus der Zuversicht auf ein leckeres Eis Ja, bald mĂŒsste man das Tal der SilberstraĂe sehenDu schaffst es, wunderbare Frau Xiao!Am See in der Ferne wartet unser AutoJetzt ist der Parkplatz mit dem Bus unserer Festival-Freunde schon zu sehenUnd auf einmal zieht sie davonâŠEin letzter Blick zurĂŒckGeschafft!Well done, Frau Xiao Vom Grenz-Pass am westlichsten Zipfel unserer riesigen GroĂgemeinde Arjeplog bequem hinunter Richtung selbiger Stadt in der gut 2000 Einwohner wohnen – die restlichen 700 verteilen sich auf den gut 14500 Quadrat-km mit fast 9000 Seen und 3 groĂen FlĂŒssenUnd noch vor der RĂŒckkehr ins Inseldorf siegt die Sonne ĂŒber die mĂ€chtigen Wolken und die Freude ĂŒber das Erlebte đđđ
Wie durch meine, seit der China-Radtour 2016 versteckte (weil unbewusst nicht ausgeheilte), lebensbedrohliche Krankheit nach zweieinhalb Jahren ganz plötzlich der Tod (laut Ărzten) wieder sehr nahe war.
Genau an unserem 2. Hochzeitstag hat mich der Thrombose- und Lungenembolie-Albtraum meiner China-Radtour 2016 bewusst wieder eingeholt. Nach 4 Tagen Schmerzen an thrombosemĂ€sig verwirrenden Stellen, kam mit der kurzen, schweren Atemnot am Sonntag Nachmittag mein deutliches Zeichen fĂŒr einen Arztbesuch. Unser Freund Terje bringt mich und Xiao ins Gesundheitszentrum in Arjeplog, wo die Krankenschwester leichtes Fieber und, laut ihren labidaren Worten, einen „leicht hohen“ CRP-Wert (Infektionswert im Blut) feststellt. Auf meine Frage wie hoch mein leicht hoher Wert ist, meint sie 108 – und auf meine Frage wieviel normal sei, meint sie unter 5!? Obwohl ich ihr schon bei meiner Ankunft, sowie auch spĂ€ter dem dazukommenden Arzt, deutlich klargemacht habe, dass, wie schon in China, mein Ă€uĂerlicher Zustand sicher nicht den gefĂ€hrlichen inneren Zustand widerspiegelt, ist man sich denke ich, meiner lebensbedrohlichen Lage wahrscheinlich nicht wirklich bewusst. Zum GlĂŒck brauche ich keine Angst zu haben, da Leben und Tod beide meine Freunde sind. Mit dem Krankentaxi geht es beim sonntĂ€glichen Wintereinbruch zum 220 km entfernten Krankenhaus nach PiteĂ„, am Bottnischen Meer.Um 21 Uhr in der Akut-Annahme im Krankenhaus in PiteĂ„ angekommen, kann/will man auch hier nicht so richtig glauben, dass man lebensgefĂ€hrlich krank und gleichzeitig in so guter Verfassung sein kann. Da die hohen Blutinfektionswerte sich auch hier bestĂ€tigen, ja sogar in den letzten Stunden noch auf 111 angestiegen sind und wegen meiner Beschreibung der Thrombose mit anschlieĂender Lungenembolie 2016 in China, bekomme ich kurz vor Mitternacht vom herzlichen, jungen Nacht-Arzt eine Spritze zur BlutverdĂŒnnung – er meint, dass es fĂŒr eine Lungen-CT jetzt schon zu spĂ€t sei aber ich könne ja morgen frĂŒh wiederkommen. Nachdem ich meinen langen Anfahrtsweg klargemacht habe, bekomme ich ein Bett in der Akut-Station, mit der 99%igen Aussicht des Arztes auf Heimkommen nach der CT am nĂ€chsten Tag?! 13.5.2019 Nach einer guten Nacht, da ich die Schmerzen im Bein gedanklich unstörend machen durfte, ergibt die CT am Morgen endlich ein klares Bild, das meinem tiefen GefĂŒhl entspricht – Lebensgefahr durch eine schwere Lungenembolie! An ein HeimdĂŒrfen ist jetzt natĂŒrlich nicht mehr zu denken – was ich mir bisher, durch mein KörpergefĂŒhl, auch nicht richtig vorstellen konnte. Es folgte ein ausfĂŒhrlicher Farbdoppler-Ultraschall des rechten Beines, wo einige Verstopfungen der Blutbahnen durch evtl. auch Ă€ltere Blutgerinsel festgestellt werden. Man geht davon aus, dass die Thrombose und Lungenembolie von 2016, wĂ€hrend meiner China-Radtour, nicht richtig ausbehandelt wurden. Damit hĂ€tte ich nie gerechnet – dass die Krankheit noch in meinem Körper lauert. Zum einen gab es ja fĂŒr mich nach meiner damaligen Blitzgesundung keinerlei Anzeichen mehr (bis am Mittwoch – die ich aber bis Sonntag leider nicht als Thrombose deuten konnte) und zum anderen war ich ja auch genug mit/in unserem Albtraum beschĂ€ftig um mich nach der RĂŒckkehr nach Schweden nochmals mit der augenscheinlich geheilten Krankheit zu beschĂ€ftigenIch komme ins 3-Bett-Zimmer der Herz-Lungen-Station. Zum 83-jĂ€hrigen, schwerhörigen Eigenbrödler Kurt und zum jĂ€mmrigen, 72-JĂ€hrigen Anders der auĂer seines stĂ€ndigen Nörkelns und Fluchens, wegen seines breiten PiteĂ„-Dialektes fast nicht zu verstehen ist Die blutverdĂŒnnende Spritze von Mitternacht soll eigentlich 24 Stunden halten, aber um die Mittagszeit scheint die Wirkung bereits weg, denn ich bekomme jetzt stĂ€rkere Schmerzen im rechten Bein und fĂŒhle mich wieder krĂ€nker – aber die folgenden Tabletten zur BlutverdĂŒnnung soll ich geplant erst um 20 Uhr bekommen. Das wĂŒrde ich natĂŒrlich gerne mit einem Arzt besprechen. In den nĂ€chsten 5 Stunden bitte ich deshalb 2 Mal Krankenschwestern, mit einer ausfĂŒhrlichen ErklĂ€rung, um ein dringendes GesprĂ€ch mit einem Arzt – leider ohne Erfolg, auĂer der wiederholten Frage, ob ich Schmerzmittel haben wolle, was ich grundsĂ€tlich mit der ErklĂ€rung ablehne, dass ich das Vorgehen in meinem Körper immer ungefĂ€lscht und deutlich spĂŒren kann. Mein lebensbedrohlicher Zustand und mein GefĂŒhl fĂŒr meinen Körper, scheint wegen meiner guten Werte und wegen meiner Freude auch hier unterschĂ€tzt zu werden. Als ich um 20 Uhr die Tabletten zur BlutverdĂŒnnung bekomme, verschlechtert sich mein gefĂŒhlter Zustand nochmals und dann kommt auch noch Fieber-GefĂŒhl mit schwitzen und frieren dazu. Da unverstĂ€ndlicherweise seit Mittag auf mein Bitten kein ein Arzt kam und sogar die routinemĂ€Ăigen Kontrollen meiner Werte ausgeblieben sind, gehe ich um 21.30 Uhr zum Aufenthaltsraum der Nachtschwestern und fordere aufgebracht und an ihre Verantwortung appelierend sofort einen Arzt. Man blickt mich nur wie einen Idioten an. Nachdem bis 23 Uhr weder eine Krankenschwester noch ein Arzt an meinem Bett aufgetaucht ist, gebe ich meine Einstellung und Gedanken auf und mache dafĂŒr gedanklich die Schmerzen und das Unwohlsein fĂŒr den wichtigen Schlaf unstörend, was anscheinend zum baldigen Schlaf gefĂŒhrt hat denn um 01.30 Uhr werde ich wach, weil Anders, mein Bettnachbar wieder mal die Nachtschwester alarmiert hat – als er sich beruhigt sieht die Schwester, dass ich wach bin, verlĂ€sst aber trotzdem unser Zimmer um eine halbe Stunde spĂ€ter wieder zu kommen und mich zu fragen ob ich nicht schlafen kann. Jetzt platzt mir der Kragen und ich fordere laut sofort einen Arzt. Sie wird zornig und ruft beim Weggehen, dass sie auf meine Verantwortung nun einen Arzt aus dem Schlaf reiĂe. Ein paar Minuten spĂ€ter ist sie mit dem Messwerte-Wagen wieder da und beginnt meine Werte zu checken. Ja, sage ich, zuerst mĂŒsst ihr mal euren Job richtig machen und dann könnt ihr immernoch einem Patienten in lebensbedrohlicher Krankheit Angst machen. Sie meint ich hĂ€tte keine Ahnung wie viel sie zu tun hĂ€tten – jetzt verstehe ich, dass sie hier keinerlei VerstĂ€ndnis und MitgefĂŒhl fĂŒr mich haben, da meine Werte so gut sind, und ich keine Schmerzmittel brauche – dabei klingele ich bewusst nie nach einer Schwester, weil ich weiĂ und schĂ€tze wie viel sie zu tun haben. Da sie jetzt fĂŒr die heutigen VersĂ€umnisse ihrer Abteilung mich verantwortlich macht, schone ich sie nicht mehr und knalle ihr alle Fakten und VersĂ€umnisse um die Ohren, die hier an mir trotz meiner Hinweise und netten Zusammenarbeit bereits begangen wurden. Jetzt bietet sie mir an mit dem Nachtarzt zu reden. Kurz darauf treffe ich im Patienten-Aufenthaltsraum den herzlichen Nachtarzt der mir letzte Nacht zu 99% das Heimgehen versprochen hatte und dieser erklĂ€rt mir mitfĂŒhlend, dass die Krankenschwester weinend zu ihm kam und alle hier heute ĂŒberfordert waren und ich mache ihm klar, dass durch dieses arrogante und ignorante Macho-Gehabe, anstelle von GefĂŒhl fĂŒr und Wissen ĂŒber ihre Patienten, der Zeit- und Selbstbewusstsein-Mangel und damit die Probleme seiner Schwestern sicher nicht kleiner werden. Er stimmt mir zu und und ich sage ihm, dass ich mich bei der Nachtschwester entschuldige, damit sie nicht, wie ein kleines Kind, weiter gleichzeitig zornig, gekrĂ€nkt und beschĂ€mt sein mĂŒsse und er aus dem Schneider sei. Er erklĂ€rt mir, dass ich mir trotz meines gröĂeren Unwohlseins keine Sorgen zu machen brauche und morgen mit dem Stationsarzt alles besprechen könne – zwingernd sage ich ihm, wie schon in der Vornacht, noch einmal, dass ich mit meinem Tod sicher besser umgehen könne als sie. Wir verabschieden uns wie in der vorigen Nacht umarmend und als ich spĂ€ter noch die Schwester herzlich errreichen darf, kann ich noch 2 Stunden schlafen bis der gute Anders nebenan wieder quĂ€ngeltNachdem ich am Morgen (Dienstag, 14.5.) frage, ob es ok ist mit den BlutverdĂŒnnungstabletten zu warten bis nach dem GesprĂ€ch mit einem Arzt, stellt sich zur Mittagszeit eine Ărztin bei mir vor, mit der ich lange rede und bei der ich MitgefĂŒhl VerstĂ€ndnis und Kompetenz spĂŒre. Sie scheint mich und meine Krankheit wirklich zu verstehen und meint es wĂ€re ein Wunder, dass ich diese schwere Lungenembolie ĂŒberlebt hĂ€tte – ob sie wirklich versteht was meine unglaublich guten Werte mit meiner inneren Eistellung und meinen Gedanken so wie meinem Vertrauen in Leben und Tod zu tun haben, weiĂ ich nicht, aber wir haben einen herzlichen Respekt fĂŒreinander – und das ist eine gute Basis. Sie veranlasst sofort ein Herz-Ultaschall um zu sehen, wie stark das Herz durch die schwere Embolie geschĂ€digt wurde – aber auch hier ist, zur allgemeinen Verwunderung, alles bestens. Sie meint wir wĂŒrden jetzt nochmals 2 Wochen auf Spritzen umstellen und sie wĂŒrde noch eine Krebsuntersuchung des Magens vorschlagen, um dies als mögliche Ursache der Thrombose auszuschlieĂen. Leider wĂ€re aber erst in 2 Tagen, am Donnerstagabend, ein Termin zur Herz-CT frei – aber ich bleibe gerne noch hier, um mich unter Kontrolle austesten zu können, da sie meint, dass ich ruhig bis zur Schmerzgrenze auf den Beinen sein dĂŒrfe. So gehe ich immer wieder eine zeitlang unter Beinschmerzen auf den GĂ€ngen umher und erhole mich dann wieder im Bett oder sogar in der krĂ€ftigen FrĂŒhlingssonne auf dem Stations-Balkon, der extra fĂŒr mich geöffnet wird.Da auch bei der Magen-CT am Donnerstag um 19 Uhr alles ok ist, darf ich mich am Freitag (17.5.), nach einem letzten deftigen FrĂŒhstĂŒck und Mittagessen sowie einem offenen AbschluĂgesprĂ€ch mit der Ărztin und einer herzlichen Verabschiedung von meinem Bettnachbarn und Freund Anders, auf den Heimweg machen. Die Stationsschwestern haben meine Heimreise organisiert, bei der es mit dem Bus die 130 km bis Arvidsjaur gehen soll wo dann bereits ein Taxi bis Mellanström auf mich warten wĂŒrde. Als ich die verschriebenen BlutverdĂŒnnungsspritzen in der Krankenhausapotheke geholt habe (leider haben sie nur 12 der 24 da und diese kosten mich 65 Euro – und reichen nur fĂŒr 6 Tage!?) sehe ich, dass der wartende Bus sogar bis Arjeplog fĂ€hrt und verstehe deshalb nicht warum das Taxi nicht in Arjeplog wartet. Aber da ich keine Kontaktdaten, weder von meiner Krankenstation noch vom Taxi habe, lasse ich gedanklich einfach los, muss aber nochmals ins Krankenhaus spurten, da ich nicht auf der Busliste stehe – wieder ein VersĂ€umnis. Um 14.10 Uhr startet die Heimreise planmĂ€sig und aus dem Bus sehe ich sogar noch einmal zu meinem Zimmer und Stationsbalkon.Vorbei gehts am Bottnischen Meer – genau da wo ich 2017 auf der Rollertour gebadet habe. Am Busbahnhof steigt dann sogar noch die ehemalige Mellanströmerin Eva mit ihrem LebensgefĂ€hrten zu, bevor es ein StĂŒck am PiteĂ€lven-Fluss entlang Richtung Arvidsjaur geht. Um 16 Uhr in Arvidsjaur am Busbahnhof ausgestiegen ist mein Taxi nicht da!? Nach einer halben Stunde warten mache ich mich mit meinem GepĂ€ck trampend zu FuĂ in Richtung Stadtende und nach eineinhalb Kilometern werde ich gut 50 km bis SlagnĂ€s mitgenommen. Nachdem ich da auch wieder mit zusammengebĂssenen ZĂ€hnen 1 km bis zum Ortsende gehe, werde ich 10 Minuten spĂ€ter bis 1 km vor Mellanström mitgenommen. Erschöpft (nach fast 4 km mit GepĂ€ck heute – zum GlĂŒck habe ich im Krankenhaus schon bis zur Schmerzgrenze umhergehen dĂŒrfen) komme ich um 18 Uhr zuhause an, wo die tapfere Xiao bereits seit einer Stunde wartet. Nachdem ich den Brief der entgĂŒltigen Ablehnung von Xiaos Asylgesuch gelesen habe der heute gekommen ist, können wir sogar im Wintergarten zu abend essen. Das Problem mit Xiaos anscheinend unmittelbar bevorstehender Abschiebung, zurĂŒck in den Albtraum, muss bis Montag warten – auch wenn die schwedische Gerichtbarkeit natĂŒrlich nicht vertrauenswĂŒrdiger arbeitet als z.B. das Gesundheitssystem, die Asylbehörde oder âŠ, weil natĂŒrlich auch da, trots der eklatanten Fehler, aus Angst eine ungeheuerliche Arroganz/Dummdreistigkeit herrscht, um die schwedische UnfĂ€higkeit Fehler zu begehen (und damit daraus zu lernen) zu kaschieren – denn bei einem sind die lieben Schweden absolut zuverlĂ€ssig und schamlos – beim Kaffeepause und Feierabend machen đ Leben sei Dank darf ich Vertrauen, sonst wĂ€re mein Magen sicher schon lange nicht mehr in Ordnung.Traumwetter als WillkommensgruĂ. WĂ€hrend Xiao am Samstag (18.5.) mit Linda auf einem Yoga-Malkurs in Arvidsjaur ist, genieĂe ich die 22 Grad auf der Terrasse und lasse mir alles noch mal durch den Kopf gehen: so einfach wie in China ist der Sinn der Krankheit (noch) nicht zu erkennen – damals wurde ich schlagartig „gesund“ nachdem die VisumverlĂ€ngerung genehmigt war um Xiao wieder treffen zu können – der Rest ist bekannt. Vorteil der jetzt wieder ausgebrochenen Krankheit: zum Einen kann sie sich nicht lĂ€nger verstecken und hat damit nicht nur ihre groĂe Gefahr verloren sondern gibt mir endlich die Chance sie bei der Heilung zu unterstĂŒtzen und zum Anderen wurde mein ganzer Körper mal ordentlich durchgecheckt wobei sich rausstellte dass: – das Herz sehr stark ist und erstaunlicherweise nicht einmal durch die schwere Lungenembolie angegriffen wurde! – die Lunge sehr stark ist und trotz der schweren Embolie noch eine SauerstoffsĂ€ttigung zwischen 93% und bei der Entlassung sogar schon wieder 99% hatte. Auch durfte ich wieder viel ĂŒber (meinen) Körper und Geist dazulernen und sogar zum ersten Mal ganz bewusst Schmerz gedanklich umwandeln, damit er mich fĂŒr den wichtigen Schlaf nicht zu stören brauchte (was 9 Jahre zuvor nach meinem wundernvollen Motorradunfall unbewusst/intuitiv geschah) Nachteil: – muss jetzt, nach dem zweiten Mal, eigentlich lebenslang blutverdĂŒnnende Medizin zu mir nehmen – auf die unerlĂ€sslichen 6 Monate gehe ich auf jeden Fall ein – aber dann darf es fĂŒr mich, der sonst nie Medizin braucht, auch genug sein – falls ich nicht vom Leben klare Zeichen zum Weitermachen bekomme. – muss laut der Ărztin evtl. noch ein paar Wochen die Schmerzen der Blutpfropfen im rechten Bein und der linken Seite unterhalb des Brustkorbes aushalten – da ich bekanntlichermaĂen grundsĂ€tzlich keine schmerzstillende Medizin nehme, um die VorgĂ€nge im Körper immer zu spĂŒren – aber auch hier scheint alles sehr schnell zu gehen denn schon heute, nach einer Woche, treten fast keine Schmerzen mehr auf. Epilog đ Die Ărztin meinte es wĂ€re ein Wunder, dass ich diese schwere Embolie ĂŒberlebt habe – das freut mich fĂŒr sie, da sie damit (zumindest unbewusst) an Wunder glauben können – ich darf Wunder(n) leben und im Gegensatz zu Ihnen liebe/schĂ€tze ich das Leben nicht mehr als den Tod đSogar am Sonntag gibt es nochmals 22 Grad – perfekt zum Eisbrecher-Finale sowie zur Kanu- und Badepremiere Wir haben sehr viel SpaĂ beim crashen des letzten Eises und die Super-Energie des noch recht kĂŒhlen Wassers hat meinen Körper nach der schweren Thrombose und Lungenembolie wieder komplett aufgeladen – ganz zu Xiaos Freude ĂŒber den kĂŒmmerlichen kleinen Frange đ
Im Herbst 2019 lĂ€sst mir das Leben statt der lebenslang tĂ€glichen, teuren und chemischen BlutverdĂŒnner-Spritzen Nattokinase-Kapseln zufallen – mit denen ich sehr zufrieden bin, weil ich seither selbst nach langem Sitzen keine dicken Waden mehr bekomme und sogar deren langjĂ€hrige Krampfadern zurĂŒck gingen. Und nun, nach fĂŒnf Jahren viel mir dieser Beitrag zu:
Am 30.8.2016 begegne ich meiner Seelenschwester Xiao in ihrer Heimatstadt Baotou in Nordchina – nach der Mongolei wird somit die zweite meiner vier Intuitionen vorm Start zur ungeplanten Radtour wahr…
2016 fĂŒhrt mich das LEBEN ungeplant und undenkbar durch viele kleinere und gröĂere Wunder mit dem Fahrrad ĂŒber Finnland, Estland, Russland, Sibirien, Mongolei, WĂŒste Gobi und Nordchina zu (m)einer unbewusst auf mich wartenden Seelenschwester Xiao – und nach unserem unerwarteten, wundernvollen Wiedersehen, 2 Monate und gut 5000 km spĂ€ter, sogar zusammen nach Sri Lanka â und â nur durch die vielen schrecklichen Geschehnisse unseres unglaublichen Weges (todnahe Krankheit, LĂŒgen, Verfolgung, Diebstahl, Kidnappingsversuche, Körperverletzung, Morddrohung, Flucht, Kopfgeldjagt, Intrigen, Korruption, Gefangenschaft, Zwangsabschiebung, Untertauchen, AsylantragâŠ) konnte Xiao den Bann ihrer furcht-bar kontrollierenden Familie durchbrechen.
Leider geht knapp 10 Monate danach der Albtraum hier in Schweden weiter (PDF S. 16)
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„In unserem Leben ist es einfach, jemanden zu treffen, den wir mögen, mit dem wir Zeit verbringen oder mit dem wir Sex haben können, aber es ist nicht einfach, jemanden zu treffen, der uns versteht.“ (Xiao Liu)
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09.02.2019
Hallo meine Freunde! Da ich nun hier in Arjeplog einen Job bekam, habe ich mich dazu entschieden, dass ich von nun an gerne meinen offiziellen Vornamen Xiao anstelle von Elyon anwenden möchte, den ich wegen meines Englisch-Studiums in China gewĂ€hlt hatte. Xiao wird mit einem spitzen „Sch“ anstelle des „X“ ausgesprochen (Schiau) Xiao bedeutet lĂ€cheln đ
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„Heute ist es nicht so kalt. Der Schnee fĂ€llt von den BĂ€umen, was einem die Illusion gibt der FrĂŒhling wĂŒrde kommen. Aber momentan sehne ich mich nicht nach dem FrĂŒhling. Ich bin zufrieden und genieĂe den Moment im Jetzt. Nicht Vergangenheit, nicht Zukunft – sondern im Jetzt. Wenn der Winter nach Lappland kommt werden die Tage kĂŒrzer und kĂŒrzer. Es beginnt bereits um 15 Uhr dunkel zu werden und das Tageslicht kommt nicht vor 8 Uhr zurĂŒck. Oft habe ich gehört, dass die Menschen die lange KĂ€lte und Dunkelheit hier verurteilen – sogar diejenigen die in Lappland aufgewachsen und daran gewöhnt sind fĂŒhlen sich depressiv wĂ€hrend dieser Zeit. Diesen Winter bin ich in auĂergewöhnlich innerem Frieden und sogar erfreut. Ich liebe die WĂ€rme des Sommers – wenn die Mitternachtssonne sich im See spiegelt, der Duft des Waldes, die Glockenblumen in der zarten Luft. Auch die kalte und klare Luft im Winter liebe ich – die Massen von reinem, glitzerndem Schnee auf den BĂ€umen, die Eiskristalle auf den Wimpern und der Hauch aus dem Mund, das behagliche Feuer im Ofen in der kalten, dunklen Nacht, der sternenklare Himmel und das tanzende Nordlicht. Ich liebe den starken Sonnenschein im FrĂŒhling – das Explodieren des Lebens, die grazilen Rentiere und das GerĂ€usch von schmelzendem Schnee. Auch die faszinierenden Farben im Herbst liebe ich – der tĂŒrkisblaue Himmel und die goldenen BlĂ€tter, die Beeren auf den Bergen und der kuschelige Pullover. Van Gogh schrieb in einem Brief an seinen Bruder Timo: âGeh raus so oft Du kannst, und festige Deine Liebe zur Natur.â Ich beginne die Natur zu lieben – oder vielleicht besser gesagt – die Liebe, die viele Jahre verloren war, habe ich wiedergefunden. In der Natur fĂŒhle ich mich nicht lĂ€nger hilflos. Die Natur umarmt und akzeptiert mich. Alles Schauspielern und Anpassen ist unwichtig. Wenn der reine Schnee fĂ€llt und der eisige Wind weht, wenn die Sonne untergeht und die Sterne scheinen, dann habe ich keine Zeit eine andere Rolle zu spielen als mich selbst zu sein. Ich berĂŒhre das Wahre und die Liebe. Wo Du wohl gerade bist wenn Du meinen Brief liest? Wer blickt gerade auf Dich? Welcher Ausdruck ist auf Deinem Gesicht? Und welche GefĂŒhle hast Du? Das Leben ist wunderbar! FĂŒr wen schlĂ€gt Dein Herz? Welchen Körper berĂŒhren Deine zĂ€rtlich leuchtenden Augen? Wer zaubert ein LĂ€cheln in Dein Gesicht? Wer lĂ€sst Deine Schmetterlinge im Bauch fliegen? Und wegen wem rollen Deine TrĂ€nen? Alles scheint Zufall, aber es ist als ob alles mit tiefem und wundervollem Sinn geplant ist. Ich erwarte kein Resultat mehr im Leben, weil ich nun weiĂ, alles ist perfekt arrangiert. Alles was passiert macht Sinn. Ich wĂŒnsche nur, dass Du auf Dein Herz hören kannst, und jede Möglichkeit umarmst die Dir das Leben bringt.“
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20.04.2020
Da Xiao heute nach dem Mondkalender Geburtstag hat đ sendete ihre Mama aus China via Wechat einen GeburtstagsgruĂ in dem sie gratulierte um sich (wie stĂ€ndig und vor allem) selbst wieder zu bedauern und bei ihrer Tochter SchuldgefĂŒhle zu wecken/aufrechtzuerhalten, weil ihr GlĂŒck, Selbstwert- und MitgefĂŒhl (das sie nie wirklich empfand) anscheinend mit Xiao von ihr gegangen ist. Hier Xiaos Antwort:
âDanke Mama. Kinder werden eines Tages gehen, ihren eigenen Weg wĂ€hlen, weise Eltern werden sie segnen und diese âTrennungâ als spirituelles âEins-Werdenâ betrachten. Ich wachse. Ich erforsche. Ich bereichere mein Leben und ich liebe, also hast du eigentlich Grund glĂŒcklich und stolz auf mich zu sein. Das Leben ist nicht nur in der Ecke deines Verstandes, nicht nur im Ansehen der Freunde und der Nachbarschaft, das Leben ist voller Wunder und GĂŒte, und das erlebe ich jetzt.â đ
Durch welch vermeintlichen Albtraum (WUNDERnvolle Gnade des LebensâŠ) Xiao endlich aus der Furcht-baren Kontrolle ihrer Familie fliehen und zu dieser LIEBEvoll-weisen Einsicht gelangen konnte, kann man hier ab Seite 3 lesen
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22.05.2020
âMein Antrag auf Arbeitserlaubnis in Schweden wurde von der schwedischen Einwanderbehörde abgelehnt, weil ich mich vor anderthalb Jahren (angeblich) ânicht selbst versorgen konnteâ, da ich von meiner ehemaligen Chefin falsch informiert wurde und dann noch den Lohn zu spĂ€t bekam, obwohl ich mich bisher immer sehr gut versorgen konnte. Ich bin kraftlos und sooo mĂŒde von all dem. Jetzt muss ich Schweden innerhalb von 3 Wochen verlassen. Ja, ich habe die Möglichkeit Berufung einzulegen, aber ich zweifle am Gelingen durch dieses eiskalte und arrogante System und Verhalten. Ich habe einen Job in dem ich mich wohl fĂŒhle, habe Kollegen und Menschen um mich, die ich liebe und ich werde wirklich gebraucht ihn dieser Zeit der Krise! Jetzt, nachdem Frank und ich drei Jahre lang gekĂ€mpft haben, weiĂ ich nicht mehr, was ich machen und wie weitermachen soll.â
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26.09.2020
Xiao sitzt mit geschlossenen Augen im Lotussitz auf der Gymnastikmatte neben dem Schwedenofen und macht ihre sogenannte, (nicht allmorgendliche) „Yoga-Meditation“. Als ich vorsichtig Holz nachlege, zwickt sie mich in den Popo und zwinkert mir kurz zu â und ich hoffe, dass ich sie nicht allzusehr abgelenkt habe. Eine Weile spĂ€ter sagt sie plötzlich leise: „Jetzt passiert etwas komisches. Mein Körper fĂŒhlt sich irgendwie dick â ausgedehnt â fast grenzenlos an“ und ein paar Minuten spĂ€ter: „Jetzt ist wieder alles normal“. Als sie die Augen wieder öffnet erklĂ€rt sie mir, dass plötzlich ihre körperlichen Grenzen irgendwie verschwunden waren und sie sich mit allem verbunden fĂŒhlte und fragt unsicher, ob ich das glauben und verstehen könne? „Oh ja das kann ich“ antworte ich „und es ist echt, weil du es nicht erwarten/wollen konntest da du nichts davon wusstest â WUNDERvoll! Bitte, meine Liebe, sei dankbar ĂŒber diese, vielleicht einmalige Gnade um Verstehen/BewusstSein zu können und versuche nicht es wieder zu erreichen.“ „Es ist toll, dass du es und mich verstehst“ meint sie und ich erklĂ€re ihr, dass das was ich 2013 wĂ€hrend meiner ver-rĂŒckten Bauwagenzeit in der Wagenburg nach dem ungeplanten Verzehr eines âSpacekeksâ erfahren durfte auch fĂŒr mich unerwartet war aber sehr wichtig zum Verstehen/BewusstSein wurde und auch bestehen bleibt ohne wiederholt werden zu mĂŒssen.
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28.04.2021
Geliebte Schwester, Freundin und Frau Xiao đ zu Deinem fĂŒnften Geburtstag hier in Schweden wĂŒnsche ich Dir von ganzem Herzen, dass Du endlich frei entscheiden darfst wo und wie Du sein, leben und lieben möchtest đ
21.05.2021
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ES IST VOLLBRACHT !
Gaaanz đlichen Dank liebes Leben… und Euch allen đ die Ihr fĂŒr uns gehofft/geholfen habt đ
Nach 207 Tagen Albtraum in China und Sri Lanka đ± sowie 1548 Tagen Schweden-Psychothriller đą
Du bist ein Riese Xiao
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22.05.2021
Ja, mein Antrag auf eine Aufenthaltskarte wurde genehmigt, was bedeutet, dass ich in Schweden bleiben und sogar ins Ausland reisen kann. Danke Leben, danke meine Freunde, danke Frank und danke an mich selbst! â€ïžđđ
„Alles fĂŒgt sich perfekt zusammen, auch wenn es so aussieht, als wĂŒrde manches auseinanderfallen. Vertraue auf den Prozess, den Du gerade erlebst.“ N.D. Walsch
Nach einer guten Nacht, ausgiebigem GsĂ€lz(Marmelade)brot-FrĂŒhstĂŒck und sehr herzlicher Verabschiedung, holt uns frĂŒh morgens unser Freund Dieter mit frischen Butterbrezeln zum Flughafentransfer ab – was er sich auf keinen Fall nehmen lassen wollte. Am Stuttgarter Flughafen angekommen geht`s mit (Gitarren)Sack und nun Umzugs- statt Fahrradkarton zum Einchecken fĂŒr den Charterflug meines Freundes Rainer (der alle Hebel in Bewegung setzen wollte, um mich aus dem Abschiebelager frei zu bekommen) nach Arvidsjaur.
Im Shuttlebus ĂŒbers Rollfeld und die Rolltreppe hinauf – dann ist es so weit… Es wird endlich wirklich und wahr â nach einem nicht enden wollenden Albtraum sind wir gemeinsam unterwegs in meine langjĂ€hrige Wahlheimat Schwedisch-Lappland. Xiao ist verstĂ€ndlicherweise total mĂŒde und so wecke ich sie erst kurz vor der Landung. Nach 4 Stunden Flug (mit kurzer Zwischenlandung in Frankfurt-Hahn) landen wir in Arvidsjaur ĂŒber den Testbahnen der Automobilindustrie auf dem Eis. FrĂ€ulein Xiao`s (erstes) GespĂŒr fĂŒr (Lappland-)Schnee.
Mein Freund Thomas aus Arvidsjaur holt uns vom Flughafen ab und bringt uns zum Essen mit seiner Frau in deren Haus. Der Kreis schlieĂt sich â bei ihnen habe ich nach Tourstart und den ersten 90 km am 8. Mai letztes Jahr mein erstes Abendessen erlebt und danach bei ihnen meine erste Tour-Nacht verbracht â damals war die Mongolei noch ein Scherz und China nicht mal im Kopf, weil undenkbar! Leben Du bist der Mega-Hammer â Dankeschön Im Inseldorf angekommen mĂŒssen wir noch auf meinen „Reservebruder“ Terje wegen des HausschlĂŒssels warten – er hatte mir bei der Verabschiedung von ihm und meinen „Reserveeltern“ noch ein paar Energieriegel mitgegeben die ich manchmal so nötig brauchte. Dann sind wir endlich DAHEIM
Nachdem Xiao am nĂ€chsten Tag auf dem Eis mit Schnee unsere Liebe sichtbar macht, kommen einen Tag spĂ€ter die TolleTrolle Monia und Björne aus Deutschland fĂŒr 8 Tage auf Besuch â auch zwischen Xiao und ihnen herrscht sofort Herz-Verbindung
Wie unglaublich der nicht enden wollende, vermeintliche Albtraum noch die nĂ€chsten Jahre weitergeht (durch die rĂŒckgratslose schwedische MentalitĂ€t) kann man in diesem PDF ab Seite 16 nachlesen
Anfang Februar beantragt Xiao in Peking das 3-Monats-Visum fĂŒr Schweden.
Danach zieht sie, da Xins Freund zurĂŒckkommt, von deren Appartement in ein Hostel in Peking, um dort auf den (hoffentlich positiven) Visumbescheid zu warten. Nach einem telefonischen Interview wird das Visum am 11. Februar genehmigt. Als der Pass mit Visum via Post und ein paar Tage spĂ€ter zum Hostel kommt buche ich ihr den Flug fĂŒr den 21. Februar um 02.15 Uhr ab China ĂŒber Moskau nach Stuttgart.
Am 15. Februar macht Xiao mit ihrer ehemaligen Highschool-Freundin Dan (die sie im Hostel besucht und eine Nacht bei ihr ĂŒbernachtet hat) einen Ausflug zur Verbotenen Stadt.
Am Abend des 20. verlĂ€sst Xiao das Hostel und fĂ€hrt mit der Metro zum Pekinger Flughafen wo sie noch vor Mitternacht ankommt. Doch dann im letzten Moment noch eine HĂŒrde beim Einchecken! Ohne einen RĂŒckflug lassen sie Xiao nicht fliegen â also buche ich in allerletzter Minute noch einen RĂŒckflug. PlanmĂ€Ăiger Start um 02.15 Uhr bei Schneeregen.
Nach 8,5 Std. landet Xiao (mit 5 Std. Zeitverschiebung) um 05.40 Uhr in Moskau und um 09.30 Uhr geht es weiter nach Stuttgart wo sie nach 3,5 Std. (mit weiteren 2 Std. Zeitverschiebung)um 10.55 Uhr landet. Nach einer letzten Befragung am Zoll in Stuttgart liegt Xiao schĂŒchtern und mĂŒde aber glĂŒcklich in meinen Armen. In der „Knutschkugel“ (Smart) meiner Eltern fahren wir die 30 km nach Aidlingen, wo sie von âunserenâ glĂŒcklichen Eltern ganz liebevoll empfangen wird. Sie schlieĂen ihre neue Tochter sofort ins Herz.
Sauerbraten und SpĂ€tzle mit und von unseren glĂŒcklichen Eltern – mein gewĂŒnschtes Mittagessen fĂŒr diesen Festtag.
Nach Mittagsschlaf in meiner Wohnung unterm Dach, geht`s zu den Freunden vom Lindenhof und im Nachbarort DeufrĂngen.
Irgendwie gelingt es mir beim Flug ein wenig zu schlafen und als ich erwache wirde es gerade hell und die Karpaten sind zu sehen – Erinnerung an die ebenfalls ungeplante, WUNDERnvolle Tramptour 20 Monate zuvor. Nach 11 Stunden landet der KLM-flieger planmĂ€Ăig in Amsterdam â durch die Zeitverschiebung ist es hier natĂŒrlich erst kurz nach halb Neun Morgens. So bin ich nach knapp 9 Monaten wieder in der MitteleuropĂ€ischen Zeit. In Amsterdam habe ich 8 Stunden Aufenthalt und dann geht es bei Sonnenuntergang in einer knappen Flugstunde wieder ein klein wenig ostwĂ€rts bis Stuttgart. Mein Papa holt mich am Flughafen ab und damit er keinen Parkplatz nehmen muss warte ich vor dem FlughafengebĂ€ude â leider herrscht Stau auf der Autobahn, so dass ich in der Winternacht mit meinen dĂŒnnen, kurzen Sri Lanka Klamotten fast erfriere bis er endlich kommt. Nach knapp 30 km Autofahrt sind wir dann zuhause bei meinen Eltern in Aidlingen – mit insgesamt gut 9000 km und 22 Stunden habe ich genĂŒgend Abstand hinter Sri Lanka und mir gelassen. Mama und Papa weinen beide vor Freude. Sie waren die ganzen Monate ĂŒber sehr sehr tapfer! âWir wissen ja, dass das Leben auf dich aufpasst weil du so denken kannstâ â war 9 Monate zuvor ihr Antwort zu meiner Frage was sie zu m/einer unbestimmten Radtour denken â aber â nur ein paar Wochen bevor ich in diesem, fĂŒr sie so fernen, unbekannten Land in Gefangenschaft kam, starb mein jĂŒngerer Bruder Uli an Krebs â es war einfach auch viel fĂŒr sie, unsere wunderbar aufopferungsvollen Eltern. GestĂ€rkt durch ein komfortables Bett (ohne Nachtruhestörung durch laut diskutierende Afrikaner und 35 Grad tropische SchwĂŒle) sowie reichhaltiger und liebevoll zubereiteter Mama-Hausmannskost heiĂt es jetzt, schnellstmöglich, mit Xiao via Chat- und Email-Kontakt all die vielen, benötigten Dokumente fĂŒr ihre Ausreise aus China zu mir nach Schweden zu organisieren. Schon wĂ€hrend meiner letzten Abschiebelager-Tage hatten wir uns um die Beantragung einer âAufenthaltsgenehmigung fĂŒr einen (zukĂŒnftigen) Ehepartner oder Zusammenlebenden in Schweden“ gekĂŒmmert aber mussten geschockt feststellen, dass diese mit 14 bis 18 Monaten Wartezeit verbunden ist â und das ist in Xiaos schrecklicher Situation natĂŒrlich undenkbar!!! SchlieĂlich versteckt sie sich seit ihrer Abschiebung nach China, am 29. November, mittlerweile bei 6 verschiedenen Freundinnen in 4 verschiedenen StĂ€dten!
Inzwischen sind Xiao und Xin alleine im kleinen Appartement da ihr Freund seine Eltern besucht – so war es ursprĂŒnglich geplant, aber durch Xiaos ungeplante, frĂŒhzeitige Abreise von Victoria, ermöglichte das Leben ihr noch ein paar Tage zu dritt viel ĂŒber Probleme und AbgrĂŒnde in (vermeintlicher) Liebe zu erleben.
Ende Januar âfeiertâ Xiao mit Xin in Peking das chinesische Neujahrsfest – das erste Mal in ihrem Leben ohne ihre Familie! Und ich darf Anfang Februar (unerwartet) mit Mama und Papas BrĂŒdern und deren Frauen Papas 78. Geburtstag feiern.
An meinem Abreisetag, fragt mich Alyoush schĂŒchtern-beschĂ€mt, ob ich ihm Geld leihen könne, da sein mĂŒhsam ersparter Heimflug verfallen ist, wegen eines âFehlersâ der hohen, korrupten Herren der Einwanderbehörde! Ich bitte ihn niemandem von dem Geschenk zu sagen und bekomme Erlaubnis in den Ort zu gehen um Geld abzuheben und fahre dann via TukTuk-Taxi eine Ortschaft weiter um es in Dollar umzutauschen. Am Nachmittag zurĂŒck im Lager muss ich beginnen meine Sachen zu packen, da der Abschiebe-Fahrer mit einem Kombi wegen des sperrigen Radkartons fĂŒr 21.30 Uhr bestellt ist. Nach dem Packen und ein letztes Mal den âGenussâ von Reis in Zeitung, gibt es noch die herzliche Verabschiedung von meinen Lagerfreunden. Als mein Bewacher/Fahrer (der mich zur Abschiebung an den 45 km entfernten Flughafen bringen soll) mit einer halben Stunde VerspĂ€tung um 22 Uhr eintrifft, dauert es ganze 15 Minuten bis man das VorhĂ€ngeschloss des Gitters um unsere Baracke endlich aufbekommt und dann stellt sich noch heraus, dass er nicht wie abgemacht mit einem Kombi gekommen ist. Er scheint genervt und hochnĂ€sig und hilft mir natĂŒrlich auch nicht beim Schleppen meines GepĂ€cks zum Pickup â aber ich bekomme wenigstens mit einiger MĂŒhe alles verstaut. Bevor ich einsteige, fragt er mich welchen Weg er nehmen solle â BundesstraĂe oder Autobahn? âSie sind hier zuhause, Sir, nicht ichâ ist meine verwirrte Antwort â âja, meint er, aber ohne Autobahn könnte es knapp werden â und die Autobahn kostet extra!â Er will tatsĂ€chlich Geld von mir!?! âErstens habe ich meine gesamten Restrupies an die Mitinsassen verteilt â und zweitens ist es nicht meine Sache rechtzeitig zu starten â ich bin schon viele Stunden startklar!â Er nimmt die BundesstraĂe und versucht mir unterwegs permanent Angst zu machen, dass am Flughafen sicher eine lange Schlange wĂ€re und ich dann eben meinen Flug verpassen wĂŒrde! Dann fragt er mich warum ich im GefĂ€ngnis gewesen wĂ€re und ich meine es wĂ€re zu komplex ihm dies zu erklĂ€ren â er lĂ€sst nicht locker und als ich es ihm erzĂ€hle, unterbricht er mich laufend mit dem Einwand das sei doch alles total gelogen!?! âSir, lassen sie mich doch bitte einfach in Ruhe â ich bin genug provoziert wordenâ ist mein mĂŒder Kommentar. Wenn ich frech werden wĂŒrde, könne er mich sofort ins Lager zurĂŒckfahren! âSie können mir keine Angst machen â inzwischen nicht mehr Sir!ââ Als er dann nach Xiaos Alter fragt und meint ich hĂ€tte wohl ĂŒberhaupt keinen Skrupel, reicht es mir. Ich verliere jeglichen Respekt vor ihm und lass ihn das jetzt auch deutlich hören. âNur weil in ihrem Land Wahrheit und Rechte mit FĂŒĂen getreten werden und die Geldgier so groĂ ist, dass es zu einem PĂ€dophilen-Paradies geworden ist, sollten sie nicht davon ausgehen, dass alle Menschen so sind!â Jetzt habe ich meine Ruhe! Rechtzeitig vor Mitternacht am Flughafen angekommen, geht er mit mir wie selbstverstĂ€ndlich an der kleinen Warteschlange vorbei direkt zum Eincheck-Schalter â so viel dazu â die vor Geldgier dummdreiste Verlogenheit hatte ich, vorher im Auto, vergessen zu erwĂ€hnen!!! Als ich mein GepĂ€ck und das Fahrrad aufgegeben habe (bei dem mir auffĂ€llt, dass ich meinen Fahrradsessel im Camp vergessen habe – muss wohl unter ein Bett gerutscht sein), geht es mit meinem nunmehr freundlich-zuvorkommenden Begleiter zum Flughafen-BĂŒro der Einwanderbehörde. Als ich da so sitze und auf meinen Pass warte, ruft plötzlich ein Mann vom Flughafengang herein: âHa! Dich kenne ich! Ich weiĂ wer du bist!â â er meint mich! Schnell springe ich auf und gehe direkt auf ihn zu (er erschrickt, wollte er doch wahrscheinlich mir Angst machen!) und sage ihm frech ins Gesicht: âWenn sie mich kennen, dann sind sie einer der korrupten LĂŒgner da oben!â â und als er wĂŒtend wird, fĂŒge ich schnell und laut hinzu âwenn sie ein wenig Charakter haben und nicht nur eine groĂe Klappe, dann geben sie mir ihren Namen â meinen kennen sie ja. Ich kann alle Namen da oben fĂŒr die EU, die euch gutglĂ€ubig unterstĂŒtzt, gut gebrauchen!â AuĂer sich vor Wut entfernt er sich sehr schnellen Schrittes! Im Internierungslager hatte ich erfahren (nachdem mich das Schild âEU-subventioniertâ an unserem GebĂ€ude interessierte), dass die EU nicht nur die GebĂ€udesanierungen gesponsert hat, sondern die Einwanderbehörde ĂŒber 20 Euro pro Tag und âGastâ bekommt â da die tatsĂ€chlichen Kosten der beschĂ€menden Unterbringung und Verpflegung weit darunter liegen dĂŒrften, versteht sich von selbst, dass man ĂŒber groĂen und lange dauernden âBesuchâ ĂŒberhaupt nicht abgeneigt ist!!! Ich versuche eigentlich immer alle Menschen durch MitgefĂŒhl und VerstĂ€ndnis zu verstehen/lieben – aber irgendwie scheint es seit dem Kidnapp-Versuch doch ein wenig (zu) viel fĂŒr mich gewesen zu sein! Als mein Reisepass nach Mitternacht endlich fertig ist, bringt mich âmein Abschiebe-Fahrerâ Richtung Gate. Unterwegs verrĂ€t er mir, dass auch er in der FĂŒhrung der Einwanderbehörde gearbeitet hĂ€tte, aber von dieser furchtbaren LĂŒgen-Korruption dort oben regelrecht krank geworden sei und deshalb jetzt nur noch Fahrdienst mache. Das Virus scheint aber leider noch in ihm, aber hoffentlich sagt er ja diesmal die Wahrheit, wĂ€re schön weil er jetzt sogar noch meint, dass ich in Ordnung wĂ€re! Wir umarmen uns zum Abschied und als ich am Gate stehe gibt mir meinen Pass mit dem âREMOVEDâ Stempel. Eine Stunde spĂ€ter sitze ich im KLM-Flieger gen Amsterdam und irgendwie kann ich es erst richtig glauben und mich entspannen, als wir in der Luft sind â gebranntes Kind⊠riecht schlecht! đ
Am spĂ€ten Vormittag (eigentlich war, wie schon ein paar Tage zuvor, der frĂŒhe Morgen geplant) holen uns (PaulFrank) schwerbewaffnete Polizisten fĂŒr den Transfer zum Gericht im Lager ab. Als sie uns Handschellen anlegen wollen kann ich ihnen klarmachen, dass wir, wie sie ja hoffentlich wissen, nicht auf dem Weg ins GefĂ€ngnis sondern zu unserer Freiheit sind.
So geht es nun im GefĂ€ngnisbus zum 1,5 km entfernten Gangodawila-Gericht. In der Schnellgericht- âAbstellkammerâ mĂŒssen wir (PaulFrank) bestĂ€tigen, dass wir die komplette âRechtsprechungâ unseres Falles anerkennen, da er nur so abgeschlossen werden kann! Danach frage ich den Richter, ob ich noch etwas persönliches vorbringen dĂŒrfe (zum Schrecken des Anwalts) und als dieser bejaht: âSir, ich möchte sie fragen ob ihnen bewusst ist, dass dieser Polizist (2 Meter neben mir â der mit dem PrĂŒgel auf Pauls KopfâŠ) sie mehrmals belogen hat â das letzte Mal als sie ihn bei der letzten Verhandlung am 5. Dezember fragten ob meine Freundin noch im Lager sei.â Ich verstehe natĂŒrlich nicht was der Richter mit dem Polizisten spricht, aber er scheint ihn wirklich damit zu konfrontieren, weil dieser sich kleinlaut zu verteidigen scheint â und als der Richter sich wieder mir zuwendet setze ich fort: âSir, ich sage ihnen dies nicht weil ich ihn wegen der dreisten GefĂŒhllosigkeit seinen Mitmenschen gegenĂŒber verurteile â sein Hass ist schon selbstzerstörend genug â ich sage es ihnen, da ich wĂ€hrend dieses Albtraumes, den meine Freundin und ich in den letzten dreieinhalb Monaten in ihrem einzigartig schönen, kleinen Land erleben mussten, immer wieder mal auch herzlich mitfĂŒhlende Menschen treffen durfte, die versuchten gerecht und fair zu sein â die aber durch unehrliche Menschen denen sie vertrauten, sei es gewollt oder ungewollt, leider ein Werkzeug der Korruption und damit natĂŒrlich auch selbst unglaubwĂŒrdig wurden! So kann man sicher schwerlich einen weiteren materiellen und geistigen Verfall aufhalten. Da sie auch ein herzlicher und mitfĂŒhlender Mensch zu sein scheinen, wĂŒnsche ich ihnen, dass sie kein solches Werkzeug zu sein brauchen.â Der Polizist versteht es natĂŒrlich nicht â denn es ist auch wieder kein Dolmetscher da! Er wĂŒrde es sowieso nicht verstehen, da Hass und Angst ja bekanntlich blind machen â Augen und Verstand â blind fĂŒr das Gute und fĂŒr Not! Unser Anwalt ist fassungslos wegen meiner Worte â denn so dreist-korrupt und geldgierig man hier auch ist, die Angst vor der (ehemals) gewaltig-korrupten Polizei und Justiz ist immer noch ĂŒbermĂ€chtig. Doch der Richter hat mich wohl verstanden/gespĂŒrt â er lĂ€sst uns (Paul/Frank) gehen. Er scheint wohl nicht, im Gegensatz zu vielen anderen Sri-Lankesen, einen âarroganten und geilen (weil ein junges MĂ€dchen verfĂŒhrenden) Ketzerâ in mir sehen zu wollen/mĂŒssen! Nachdem ich mich vom Richter per Handschlag dankend verabschiede (hĂ€tte ihn gerne umarmt aber er ist, vielleicht zum GlĂŒck nicht aufgestanden) und der Anwalt (immer noch geschockt wegen meiner fĂŒr ihn Dummdreistigkeit) verĂ€chtlich meint er wĂŒrde in den nĂ€chsten Tagen wegen der Bezahlung im Lager vorbeischauen, geht es, mit der Vorfreude auf meine baldige Freiheit (Abschiebung nach Deutschland â da ich einen deutschen Reisepass habe), im GefĂ€ngnisbus zurĂŒck zum nahen Abschiebelager.
ZurĂŒck im Lager heiĂt es fĂŒr mich jetzt hoffen, dass meine Abschiebepapiere (wie vom Richter versprochen) spĂ€testens am nĂ€chsten Tag bei der Migrationsbehörde sind. Der junge, schĂŒchterne Pakistani Alyoush (hier auf dem Bett mit unserem chinesischen Lagerkollegen), der mir mein ehemaliges Bett ĂŒberlassen hat und zunehmend mehr Vertrauen zu mir findet, bucht gerade einen Flug um in die Heimat abgeschoben zu werden. Das lieblose, dĂŒrftige und einseitige Reis-Essen stöĂt vor allem den Mitbewohnern auf, die schon viele Monate hier sind und deshalb landet es nicht selten in der MĂŒlltonne vor den Toiletten â ganz zur Freude der Hunde und Ratten oder am Gitter fĂŒr die Streifenhörnchen. Immer wieder gehe ich ins BĂŒro des neuen Lager-Officers und bitte ihn doch nochmals wegen meinen Abschiebepapieren nachzufragen. Als dann der Rechtsanwalt kommt und sein âHonorarâ möchte, sage ich ihm, dass sein Auftrag fĂŒr mich natĂŒrlich nicht abgeschlossen ist, solange meine Papiere nicht kommen und frage ihn auch warum der Herzstein und die Wildrose, die ich ihm am 28.11. in der Gerichtszelle fĂŒr Xiao gegeben hatte, nicht bei ihr angekommen sind. Da wird er wĂŒtend und schreit beim Weggehen ausfĂ€llig beschimpfend, dass ich das blöde Geld behalten solle. Tags darauf wirft mich der neue, herzliche Lagerofficer wĂŒtend aus dem BĂŒro, weil ich nicht locker lasse wegen meinen Papieren. SpĂ€ter lĂ€sst er mich wieder rein und gesteht mir verzweifelt, dass er auch nicht wisse was los sei denn es wĂ€re alles sehr sonderbar in meinem Fall. Da umarme ich ihn herzlich und sage ihm es tĂ€te mir leid, dass er wegen der Korruption seiner Chefs so leiden mĂŒsse. Kurz darauf bittet er mich schnell hinaus, da sein oberster Chef kĂ€me! Diesen fange ich spĂ€ter vorm BĂŒro ab um ihn zu fragen ob er wisse, dass man da oben Informationen ĂŒber mich an unberechtigte Menschen (Aroshas Name erwĂ€hne ich nicht) weitergeben wĂŒrde? Das interessiere ihn nicht, meint er herablassend. âMich aber sehr und die EU eure Arbeitsweise bestimmt auch, wenn ich nicht bald hier raus komme!â reagiere ich â und als ich ihn nach seinem Namen frage, rastet er total aus! Mehrfach schreiend, dass man seinen Namen nicht bekommen könne, verlĂ€sst er schnell das Lager. Es tut mir weh, diesen Menschen in ihrer Not aus dummdreister Korruption und Geldgier auch noch drohen zu mĂŒssen â aber es scheint das Einzige zu sein was hilft, denn⊠…am nĂ€chsten Tag sind dann wider erwarten plötzlich meine Papiere komplett und fertig, so dass ich meinen Flug buchen kann – fĂŒr den 24.01. um 2 Uhr morgens von Colombo via Amsterdam nach Stuttgart. Am ĂŒbernĂ€chsten Tag erlaubt mir der herzliche Lagerofficer sogar alleine das Lager zu verlassen um mich noch ein wenig auf dem PolizeigelĂ€nde ums Lager umzusehen. So sehe ich zufĂ€llig (und verstehe nun), dass die Officers sich Fleisch aus dem Feuertopf in der schĂ€bigen KĂŒche holen, bevor die Reisportionen mit nur noch ein wenig SoĂe fĂŒrs Lager in Zeitung gewickelt wird.
Das Wunder meiner möglichen Abschiebung kommt am Silvester-Nachmittag â erstaunlich genug durch den korrupten Lager-Officer, den ich 6 Wochen zuvor vor Gericht umarmt habe, unmittelbar nachdem ich wegen seiner Falschaussage zu GefĂ€ngnis verurteilt wurde. WĂ€hrend er sich am Silvester-Nachmittag herzlich-freudig an meinem Bett von mir verabschiedet, da er (im Prinzip durch mich) eine neue Stelle am Flughafen bekommen hat, wundert er sich warum ich immer noch da sei?! Als ich ihm sage, dass ich (PaulFrank) Ende Februar meinen nĂ€chsten Gerichtstermin habe, sagt er: âMein Gott, hat dir niemand erklĂ€rt, dass dies nur gilt wenn du dich nicht in dein Heimatland abschieben lĂ€sst? Sofort gehe ich mit dem neuen Officer zur Polizeiwache – aber der Polizeichef ist natĂŒrlich nicht da. Diesen verschlafe ich, wĂ€hrend Xiao mit ihren Uni-Freundinnen feiert.
Erst ein paar Tage spĂ€ter als der Polizeichef von seinem Urlaub zurĂŒck ist bestĂ€tigt sich die Aussage des ehemaligen Lagerofficers. Trotz der Hilfe des neuen, herzlichen Lager-Officers (der sogar zittert als wir gemeinsam vor dem Polizei-Officers stehen um wegen meiner möglichen Abschiebung zu fragen â so groĂ ist immernoch die Angst vor dem ehemaligen Polizeistaat) schafft man es irgendwie (sei es durch Schlamperei oder absichtliche Zeitgewinnung), meinen Abschluss-Gerichtstermin nochmals gut 2 Wochen hinauszuzögern. Damit der Paul/Frank-Fall vor Gericht beendet werden kann braucht es nochmals âmeinenâ Rechtsanwalt, weil die Officers hier im Internierungslager nur mit ihm âzusammenarbeitenâ (dĂŒrfen)!? Da Paul kein Geld hat, komme ich natĂŒrlich gerne auch fĂŒr seine Anwaltskosten auf â schlieĂlich hat er mir dieses „Abenteuer“ ermöglicht.
Plötzlich wird unsere Bewachung vervielfacht und sogar vom höheren GebĂ€ude auf der anderen StraĂenseite hinter unserer Baracke werden wir ĂŒberwacht – denn – wie es sich fĂŒr einen richtigen Albtraum gehört, bekommen wir fĂŒr ein paar NĂ€chte sogar noch einen eiskalten, chinesischen Profikiller als Bettnachbar!? Unterdessen lĂ€sst Xiao in Tianjin eine Geburtsurkunde anfertigen fĂŒr eine Aufenthaltsgenehmigung in Schweden. Xiaos Tante (hat einen einflussreichen Mann mit 2 KrankenhĂ€usern) bittet sie plötzlich herzlich doch zu ihr nach Baotou zu ziehen um ihr mit den Hunden zu helfen – aber es stellt sich heraus (was ich auch gefĂŒhlt habe), dass sie doch wider ihrem Versprechen wegen Xiao`s Situation mit deren Eltern in Kontakt steht. Als Xiao ablehnt bittet ihre Tochter, Xiaos Kusine, sich mit ihr zu treffen und als Xiao das auch ablehnt schĂ€lt sich auch noch der einflussreiche Onkel ein und versucht Xiao zum Kommen zu ĂŒberreden indem er anbietet mir aus dem Lager nach China zu helfen!?! Da Zara Mitte Januar in den Semesterferien zu ihren Eltern geht, nimmt Xiao die Einladung ihrer Uni-Freundin Victoria an und zieht nun vom Studentenzimmer mit Zara von Tianjin mit dem Zug 4 Std. und 700 km sĂŒdlicher zu Victoria in die Wohnung ihrer Eltern in Qingdao â wobei der Vater momentan auf GeschĂ€ftsreise ist. Victoria ist homosexuell, was aber ihre Eltern natĂŒrlich niemals wissen dĂŒrfen. Aus der sonst so emanzipierten Victoria wird zuhause in Gegenwart der Mutter ein kleines unbeholfenes MĂ€dchen ohne StĂ€rke. Es scheint auch hier ein verstecktes Drama zwischen den Eltern und der Tochter zu geben â Leben weiĂ, wie wichtig es fĂŒr Xiao ist, zu verstehen was in ihrem Land wirklich gespielt wird. Da Victorias Mutter fast nicht mit Xiao spricht, entscheidet sie sich schon nach ein paar Tagen zu ihrer Freundin Xin zu ziehen die mit ihrem Freund in Peking in einem Appartement wohnt.