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Erfahrungen

Meine frühe Sehnsucht …

…nach einer Freundin

Das erste Mal dass ich verliebt war – so weit ich mich erinnern darf – war 1975 bei unserem ersten Wohnwagenurlaub in Jugoslawien.

v.l.n.r. Mama, Tante, Cousin, Papa – im Wohnwagen ich und Bruder Uli

Auf dem Campingplatz direkt am Meer gab es eine Holländerin in meinem Alter, die nicht mehr aus meinen Gedanken wich… Mein Papa wunderte sich, dass ich am frühen Morgen schon anbot, freiwillig zum Brötchenholen zu gehen – als er durch den Vorhang blickend den kleinen blondgelockten Engel wartend vor dem Wohnwagen sah, ließ er mich verschmitzt lächelnd verstehen dass er begriff 😘

Von da an ließ mich die Sehnsucht nach einer Freundin nicht mehr los…

Ich liebte seit kurzem auch Jesus – aber das war irgendwie etwas anderes – und im nächsten Jahr, auf einem anderen Campingplatz in Jugoslawien, hatte ich sogar Liebeskunmer wegen eines Mädchens das mich nicht beachten wollte oder durfte…

1979 hatte ich dann meine erste offizielle Freundin, die auch in unserem christlichen Kreis in Aidlingen war und sich mehr für Zärtlichkeit interessierte als ich es glauben konnte. Wir kamen über Händchenhalten nicht hinaus, da ich immer Angst hatte evtl. für sie zu weit zu gehen, wenn ich sie küssen würde. Ein paar Monate später zeigte sie es mir dann deutlich mit ihrem neuen, selbstsichereren Freund – eng umschlossen während eines nicht enden wollenden Zungenkusses 😘

Auf einer Bibelfreizeit hatte ich eine Freundin, die wirklich noch nicht mehr wollte – was mir natürlich zu wenig war…

Als dann 1980 mein Interesse für ein Geländemokick die Sehnsucht nach einer Freundin etwas in den Schatten drängte, stellte man mich, Leben/Gott sei Dank im Bibelkreis vor die Entscheidung Jesus oder Motorräder – wobei ich mich für die Motorräder (und die nicht benannten Mädchen) – also meine Gefühle – entschied.

Eine liebe Fast-Nachbarin hatte schon länger Interesse an mir und so kam es, dass wir uns, als sie Ende 1981 16 wurde, sexuell aneinander erfreuten – ohne dass wir „miteinander gingen“.

Das half mir etwas über meine Verletzung/Unsicherheit weg, die meine von mir sehr begehrte Freundin in mir verstärkte. Ihr war mein körperliches Verlangen über Petting hinaus (heute verständlich) zu viel und sie ließ mich einmal verzweifelnd-aufgebracht wissen: „Wenn Du mit jemanden schlafen möchtest such Dir eine Andere, aber nicht mit mir!“

Leben/Gott sei Dank viel mir Motocross zu durch das ich, ohne dass ich es merkte, innerlich selbstsicherer wurde.

Dass dieser männliche Trieb anacheinend ganz normal ist, bestätigte mein Berufsschullehrer der mal ganz lapidar meinte: Na ja, rausschwitzen tut das Zeug ja niemand von uns Männer. Dass dies eine wenig bewusste Ansicht ist, durfte ich gut 30 Jahre später auf wundernvolle Weise liebevollst erfahren – als ich, wider aller Umstände, so in tiefer ZuFRIEDENheit (Selbst-)Liebe war, dass ich viele Monate kein einziges Mal Lust verspürte. Somit durfte ich verstehen, dass unsere Sehnsucht und Lust auch ein Ausdruck/Ventil unseres inneren Mangels ist.

Ganz anders war es als ich 1984 mit einem Freund in seinem ersten Auto auf einen Campingplatz nach Italien fuhr. Irgendwie konnte ich in vollen Zügen das Meer, Beachvolley- und fußball sowie mein Gitarrenspiel und Gesang am Strandlagerfeuer genießen, ohne an Mädchen denken zu müssen… aber gerade das schien für die Mädels interessant zu sein, denn plötzlich hatten wir zwei hübsche Wienerinnen zur Übernachtung in unserem Zweimannzelt. Während sich mein Freund gierig auf die Eine stürzte (zu schlussendlich beider Frust), tauschten ihre Freundin und ich „nur“ liebevoll Zärtlichkeiten aus… Und als die zwei Wienerinnen abreisten, versprach ich der „Meinen“ sie bald mal zu besuchen.

Noch am selben Tag interessierte sich eine junge Münchnerin (Nastasia Kinski Verschnitt) für mich und wir unternahmen händchenhaltend Ausflüge miteinander. Der Onkel der vaterlosen Lieben hatte natürlich Angst um seine Nichte mit diesem vermeintlichen Casanova, aber ich konnte ihn aufklären, dass wir uns mögen aber ich sonst keine weiteren Pläne hätte…

Als mein Freund und ich uns ein paar Tage später auf die Heimfahrt machten, stieg ich unterwegs zu einem Trucker mit Wiener Kennzeichen um und überraschte so „meine“ total erfreute Wienerin. Im großen Doppelbett liebten wir uns ungeniert, nachdem sie mir zuvor unbedingt noch gestehen „musste“, dass sie sechs Jahre älter als ich und schon einmal verheiratet war. Diese Beziehung war so sehr das, wonach ich mich sehnte, dass ich sogar mit dem Gedanken spielte, zu ihr nach Wien zu ziehen.

Als ich trampend zurück in Aidlingen war und meinem Vater meine Liebe in Wien gestand, wollte er nicht, dass sie mich, wie geplant, besuchte – wahrscheinlich weil er Angst hatte, dass ich wegen Frauen genauso gefangen und unzufrieden werden würde wie er.

Da es sich (dadurch) mit meiner Wienerin verlief, besuchte ich im Herbst mit dem Motorrad die junge Münchnerin. Ganz wider meines Erwartens wurde ich auch von ihrer belesenen Mutter herzlichst empfangen und „musste“ ganz natürlich im Doppelbett ihrer hübschen Tochter schlafen. Und wieder hatte ich zu große Bedenken zu weit zu gehen – denn am nächsten Tag ließ mich „Nasti“ deutlich spüren, dass sie enttäuscht von mir war…

Während meiner Marine-Zeit 1985 hatte ich eine kurze Beziehung mit einer jungen Dame aus dem Schwarzwald, bei der wir beide körperlich miteinander zufrieden waren aber seelisch irgendwie nicht zusammen sein sollten.

Ende 1986 entstand eine Beziehung mit Christine aus unserem Jugendtreff, nur ein paar Monate bevor ich mich auf meine lange geplante und unbedingt gewollte dreimonatige Mittelmeerumrundung begab. Nach dem frühen, thrillerwürdigen Ende der Motorradtour zogen wir zusammen – aber während meiner schweren Verletzung beim Seitenwagen-Motocross im Frühjahr 1990 ließ sie mich wissen, dass sie sich in einen anderen Mann verliebt hätte 😘

Ende 1990 dann wurden Hilka (meine Jugendbekanntschaft) und ich ein Paar und durch sie fiel mir ein Jahr später das Haus im Inseldorf am Polarkreis in Schwedisch-Lappland zu. Als wir 1994 wegen des EWR und des Starts meiner eigenen Individualreise-Firma endlich hochziehen hätten dürfen, hatte sie sich in einen anderen Mann verliebt, so dass ich alleine auswanderte. Aber schon bald vermisste sie mich so, dass sie Anfang 1995 auch nach Lappland zog. 1997 verließ sie mich und Lappland dann endgültig – wegen des selben Mannes – ich war ihr zu anstrengend und er zu langweilig 😘

Nach einer kurzen Affäre mit einer vielbeschäftigten Arjeplogerin, begann ich, in meiner Sehnsucht nach einer festen Partnerschaft, eine Beziehung mit Sanne, einer lieben Reisegästin die 1998 zu mir zog. Noch während des ersten Jahres des Zusammenlebens waren wir uns beide einig, dass wir (gedanklich) eigentlich keine Zukunft haben – aber – statt meiner Hoffnung, sie würde jemanden kennenlernen, tritt Silvie Ende 1999 in mein Leben – nach einer schwierigen Anfangszeit, werden wir in den nächsten fünf Jahren zu einer 4-köpfigen Familie – aber 2011 merkt Silvie, dass sie sich irgendwie selbst finden muss 😘

Dass wir auch ohne unsere Liebsten in tief zufriedener (Selbst)Liebe sein können, darf ich 2012 im ersten halben Jahr nach dem natürlich sehr schmerzlichen Weggang meiner Familie von mir und Lappland erfahren 🙏

Und dass unsere Liebesbeziehungen uns die Möglichkeit eröffnen unser aller (inneren) Nöte zu erkennen und zu verstehen, durfte ich danach, während meiner wilden Bauwagenzeit alles andere als unkompliziert aber tief aufschlussreich erfahren.

Es war wie ein Abschluss meiner ver-rückten Ausbildung in tiefem Mitgefühl und Verständnis. Die fünf(einhalb – eine platonisch) zunehmend psychologisch intensiven Beziehungen (mit den teils viel jüngeren Frauen) innerhalb von zweieinhalb Jahren bereiteten mich (im Nachhinein überdeutlich) perfekt auf die wundernvoll tiefe Beziehung mit der sehr viel jüngeren Xiao vor – die ansonsten als ihr Seelenbruder, Liebhaber, Freund, Ehemann und psychischer Heilungshelfer undenkbar wäre 🙏🥰🙏

[}wie recht meine medial begabte Bekannte (erwiesene „Seherin“ und „Heilerin“) aus der Schweiz doch hatte, als sie mir kurz nach dem Weggang meiner Familie anvertraute, dass mein Weg nun ein paar Jahre alles andere als leicht und sofort verständlich sein würde, es aber eine wunder- und gnadenvolle Ausbildung GOTTES in bedingungsloser Liebe-leben wäre {]

PS

jetzt, im Herbst 2026, wo ich das schreibe, darf ich das mir zugefallene Hermann Hesses Hörbuch ‚Narziss und Goldmund‘ hören, wo Zweiterer folgende Worte zu sich selbst spricht: „… die Frauen und die Liebe auf tausend Arten und in tausend Verschiedenheiten bis zur Vollkommenheit kennenzulernen, so wie manche Musikanten nicht nur ein Instrument zu spielen wissen, sondern drei, vier, viele. Wozu freilich dies gut ist, wohin es führe, wußte er nicht; er spürte nur, daß er auf dem Wege sei…“

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